{"id":427,"date":"2023-07-03T22:42:01","date_gmt":"2023-07-03T20:42:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=427"},"modified":"2023-07-03T22:51:18","modified_gmt":"2023-07-03T20:51:18","slug":"tag-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=427","title":{"rendered":"Tag 33"},"content":{"rendered":"<p>Dienstag, 27. 6. 2023\u00a0 \u00a0Heute hatten wir vor, dies war eigentlich unser Plan, in Andenes auf den Camping zu fahren, um dort eine Nacht zu verbringen. Doch wie so oft, \u00e4nderten wir unterwegs\u00a0 unsere Meinung, sind wir doch so spontan. Der Weg war lange und zog sich hin. Kilometerweise Naturreservate mit wundersch\u00f6nen Seen, majest\u00e4tischen Fjorden, immer wieder kleinen weissen Str\u00e4nden, und bemerkenswerten steilen Br\u00fccken. Und nat\u00fcrlich auch Bergen. Wenn man selbst f\u00e4hrt, kann man nicht so viel sehen und schauen, als wenn man Beifahrer ist. Als Mitfahrer ist es oft schwierig, ein gutes Foto zu schiessen, da der Wohnwagenspiegel weit nach aussen reicht und die Sicht nimmt. Also muss man anhalten. Und aus dem offenen Autodach ist es nicht minder einfach, da man das Handy zu steil h\u00e4lt, des Autodachs wegen. Man sieht so viel Sch\u00f6nes, bespricht es zusammen oder macht den andern darauf aufmerksam. Es war eine spannende Reise, lieben wir doch gleichermassen die Natur und haben mittlerweile beide sehr Freude an W\u00e4ldern, B\u00e4umen und Steinen und nat\u00fcrlich an Br\u00fccken. Wir fuhren also nordw\u00e4rts auf den V\u00e4steralen, die bei Weitem nicht so ber\u00fchmt\u00a0 und landschaftlich nicht so dramatisch sind wie die Lofoten, und genossen die Fahrt. Der Weg f\u00fchrte \u00fcber Hin\u00f8ya, Sortland und And\u00f8ya Richtung Andenes. Nach Liland ging`s durch den Forfjorden Naturreservat, so wundersch\u00f6n zum Anschauen und um Bilder zu machen. Immer wieder kamen kleine Weiler und \u00d6rtchen mit ganz wenigen H\u00e4usern, und dann wieder nur minutenlang Natur pur. Und Meer nat\u00fcrlich. Die H\u00e4user, welche oft sehr gepflegt aussehen, sind eine grosse Augenweide. Weiter ging es durch das Naturreservat Eikeland und Ris\u00f8ysundet, ebenso bemerkenswert sch\u00f6n, fast nicht zum Aushalten. Wir waren uns einig, dass die geschossenen Fotos nie das aussagen, was wir empfinden. Kurz vor Andenes sprachen wir dar\u00fcber, ob wir weiterfahren, oder doch in Andenes campen wollten. Im Hafen sahen wir dann, dass in 2 Stunden eine F\u00e4hre gehen w\u00fcrde und wir beschlossen darauf, weiter zu gehen auf unserer Reise. Die F\u00e4hre f\u00e4hrt in den Gew\u00e4ssern des Andfjorden und kommt in Gryllefjord auf dem Naturreservat Sandsvika nach ca. 110 Minuten an. Die \u00dcberfahrt war Dank den hohen Wellen ziemlich schaukelnd und unangenehm. Die F\u00e4hre war alt, sehr laut und sehr rostig. Als wir es gl\u00fccklich geschafft hatten, ging es auf einer sehr engen Strasse durch das Dorf. Der Gegenverkehr bestehend aus Womos breiten Lastwagen, und Motorradfahrern sowie Autofahrern wartete geduldig in der Kolonne, bis wir Ausfahrenden endlich Platz machten.\u00a0 Das Kreuzen war bisweilen sehr erschwert, mussten wir doch bereits auf dem Schiff schon die Aussenspiegel einziehen, damit sie von den andern nicht abgeknickt wurden. \u00dcbrigens ist das warme Wasser des Golfstromes ein idealer Ort f\u00fcr Wale, weshalb hier auch Whale watching angeboten wird. Fr\u00fcher wurden sie gejagt, heute nur mit Touristenbooten verfolgt, damit die tolle Fotos machen k\u00f6nnen. Wir lernten einen Deutschen kennen, der in Norwegen lebt, er wollte uns die Walsafari schmackhaft machen. Wir lehnten dankend ab, da wir die Tiere nicht jagen m\u00f6chten. Nur Elche, welche freiwillig kommen, die schon. Und ja, Rentiere auch. Unsere Fahrt ging also weiter auf der Insel Senja durch den Nationalpark Anderdalen, inmitten riesiger Berge, umrahmt von immer wieder sch\u00f6nen Fjorden und Gew\u00e4ssern. Senja hat eines der letzten Mischwaldkulturen, bestehend aus Birken\u00a0 und Kiefern in diesem Naturschutzgebiet. Belegt mit weitl\u00e4ufigen Feldern und dichten W\u00e4ldern, ist es auch die Heimat von vielen Bauern und ihren Familien. Vorbeifahrend an Finnsnes sahen wir wieder ein auff\u00e4lliges Schiff der Hurtigrute, das hier turnusgem\u00e4ss anlegt, und vor Anker lag. Mittlerweile war es bereits sp\u00e4ter Abend, wir hatten auch noch kein Abendbrot gegessen, und diskutierten verschiedene M\u00f6glichkeiten des \u00dcbernachtens. Wildcampen, war eine Option, wir wollten aber nicht an der zwar nicht dicht befahrenen Hauptstrasse stehen, aber an einem See oder Fjord, m\u00f6glichst ohne Wasserfall, mit nicht zu vielen Nachbarn, da es sehr sp\u00e4t war, und die bereits schlafen w\u00fcrden. Schon auf der Meeres\u00fcberfahrt war ich ko. und habe ein Power nap gemacht. Im Gebirge steil hinauffahrend, ergab sich alsbald ein kleines Problemchen. Wir hatten nicht mehr so viel Diesel im Tank. Aber weit und breit keine Tankstelle. Der Mercedes meinte, bis nach Troms\u00f8 seien es noch 180 Km und reichen w\u00fcrde es f\u00fcr 173 Km. Nicht gerade beruhigend. Irgendwann, wir hatten beschlossen doch nicht Troms\u00f8 anzufahren, es m\u00fcsste so gegen 22 Uhr gewesen sein, kreuzten wir einen Camping, ich meinte dann, er h\u00e4tte bestimmt schon geschlossen. Also fuhren wir weiter. Wir waren beide sehr m\u00fcde, und ich sehr froh, nicht fahren zu m\u00fcssen. Daf\u00fcr f\u00fchle ich mich immer sehr verpflichtet, gut nach vorn zu schauen, damit ich warnen kann, wenn. Und tats\u00e4chlich, pl\u00f6tzlich auf der linken Seite sah es aus wie ein Elch. Rico meinte, er h\u00e4tte auch gedacht, es sei ein Elch. Es waren nur 2 braune Steine, welche von Weitem wie ein Elch aussahen. Mir mussten fest lachen und haben noch lange davon gesprochen. Irgendwann dann kam erstmals ein Achtung Rentier Gefahrensignal, und ich meinte, jetzt lassen die Norweger auch noch die Rentiere los. Wir fuhren unbeirrt weiter, und Rico fuhr nie das Tempo, das er fahren d\u00fcrfte. Ich graste weiterhin die Waldr\u00e4nder ab, immer hoffend, dass nie ein Elch oder ein Ren vor uns auf die Strasse h\u00fcpft. Wir hatten uns schon an den Gedanken gew\u00f6hnt, heute wirklich wild zu \u00fcbernachten, und suchten immer noch ein Pl\u00e4tzchen. Und wieder eine Warntafel, diesmal wieder Achtung Elch. Aber dann, um 22:38 sehe ich den Elch. Der Moment, der so unglaublich ist, dass man es fast nicht glauben kann. Ich hatte mir immer wieder \u00fcberlegt, es Rico normal zu sagen, damit er nicht erschrickt, eine Notbremsung einleitet oder gar ein Ausweichman\u00f6ver macht.\u00a0 Ich vergewisserte mich und sagte ganz ruhig: Du Schatz, det obe links staat en Elch und r\u00e4chts na es Reh. Er bremste ganz langsam, und ich begann durch das offene Fenster zu filmen. Wir verhielten uns ganz ruhig und die Elchmama be\u00e4ugte uns, langsam weiterfressend. Ich schwenkte langsam zu dem vermeintlichen Reh und wieder zur\u00fcck. Nach 42 Sekunden war der Spuk vorbei und Mama beschloss, in den sch\u00fctzenden Wald zur\u00fcck zu kehren. Ihr Elchjunges folgte ihr und tapte hinterher. Erst einen Tag sp\u00e4ter, beim Vergr\u00f6ssern des vermeintlichen Rehs im Video bemerkte ich, dass es ja 2 Elche gewesen waren. Wir hatten so ein unglaubliches Gl\u00fcck und wir waren so happy. Dies passierte im Sagelvatn Naturreservat, in Nordkjosbotn. Tats\u00e4chlich, Natur pur. Wir fuhren weiter, als um 23:40 pl\u00f6tzlich ein Campingschild mit der Aufschrift: offen, Drop In am Wegesrand stand. Ja wir wollten es versuchen. Keine Resepsjon, kein Mensch, alles still. Beim Weiterfahren ein Schild, da stand Phone me please. Aber um die Zeit will niemand geweckt werden, oder? Also speicherte ich die Nummer mit Camping und schrieb eine Whats App auf englisch. Wir sind die Schweizer mit Caravan, d\u00fcrfen wir hier \u00fcbernachten? Er schreibt sofort zur\u00fcck, ja gerne, er sei in 2 Minuten bei uns. Tats\u00e4chlich kam er gutgelaunt und freute sich \u00fcber die 2 alten Touris aus Good old Switzerland. Er war so freundlich, erkl\u00e4rte uns alles und sagte, zahlen k\u00f6nnt ihr dann morgen. Das war nun eine gute Nachricht, und nach 40 Minuten stand unser Wagen schlafbereit da, wir fertig geduscht nach all den Anstrengungen und wir schliefen friedlich ein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/monirita.quickconnect.to\/mo\/sharing\/7wbv6gee7\"> Bilder Tag 33<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 27. 6. 2023\u00a0 \u00a0Heute hatten wir vor, dies war eigentlich unser Plan, in Andenes auf den Camping zu fahren, um dort eine Nacht zu verbringen. Doch wie so oft, \u00e4nderten wir unterwegs\u00a0 unsere Meinung, sind wir doch so spontan. Der Weg war lange und zog sich hin. Kilometerweise Naturreservate mit wundersch\u00f6nen Seen, majest\u00e4tischen Fjorden, immer wieder kleinen weissen Str\u00e4nden, und bemerkenswerten steilen Br\u00fccken. Und nat\u00fcrlich auch Bergen. Wenn man selbst f\u00e4hrt, kann man nicht so viel sehen und schauen, als wenn man Beifahrer ist. Als Mitfahrer ist es oft schwierig, ein gutes Foto zu schiessen, da der Wohnwagenspiegel weit nach aussen reicht und die Sicht nimmt. Also muss man anhalten. Und aus dem offenen Autodach ist es nicht minder einfach, da man das Handy zu steil h\u00e4lt, des Autodachs wegen. Man sieht so viel Sch\u00f6nes, bespricht es zusammen oder macht den andern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reise-2023"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=427"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":502,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions\/502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}