{"id":462,"date":"2023-07-05T20:59:26","date_gmt":"2023-07-05T18:59:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=462"},"modified":"2023-07-05T20:59:26","modified_gmt":"2023-07-05T18:59:26","slug":"tag-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=462","title":{"rendered":"Tag 35"},"content":{"rendered":"<p>Donnerstag 29.6.23\u00a0 \u00a0Ich muss noch etwas zu unserem wirklich herzigen Campingplatz am Storfjorden sagen. Hier hat es ganz viele Stammg\u00e4ste, welche Dauercamper sind und den Wohnwagen quasi als Wochenendh\u00e4uschen benutzen. Dazu haben sie einen Vorbau selber gezimmert, der oftmals viel gr\u00f6sser als der Wohnwagen selbst ist. Vorne am Anbau steht oft ein grosser Balkon, auf dem man mit vielen G\u00e4sten sitzen und feiern kann. Meistens sind diese Vorbauten sehr sch\u00f6n farbig angemalt, aber auch nur weisse sehen bereits toll aus. Der Platzwart hat mir erz\u00e4hlt, dass die meisten Leute aus Troms\u00f8 kommen und nur ca. 90 Minuten entfernt wohnen, so dass dies eine kurze und machbare Distanz f\u00fcr das Weekend ergibt. Die Leute haben viel Zeit und Geld aufgewendet, und waren mit sehr viel Herzblut dabei. Bei uns in der Schweiz w\u00e4re dies nicht m\u00f6glich, da der Platz limitiert und parzelliert ist, ausserdem haben wir sonst noch viele Vorschriften. Auch haben viele Dauercamper ein Boot, welches hier im campingeigenen kleinen Hafen liegt, und k\u00f6nnen somit gleich fischen gehen, und so ihr Abendessen organisieren. Also, wir mussten unseren Platz wieder verlassen, um weiter reisen zu k\u00f6nnen. Auf der Skandinavischen Halbinsel fuhren wir dem Lyngenfjord entlang Richtung Suomi Finnland. \u00dcber Skibotn fuhren wir gem\u00e4chlich durch das Lullefjellet, vorbei am wunderbaren, tosenden und Gischt speyenden Wasserfall, dem Didnojohka. Nat\u00fcrlich mussten wir aussteigen, um dieses Naturwunder von Nahem zu sehen, und mein Mann wagte sich ziemlich weit nach vorne. Unsere Reise sollte ca. 4 Stunden dauern, unser Ziel lag 199 Km weit entfernt in Lappland. Bereits um 11 Uhr erreichten wir die Finnischen Grenze, wo wir problemlos den Zoll \u00fcberquerten. Minuten sp\u00e4ter passierten wir eine Tankstelle, welche sehr von Tankwilligen belagert wurde. Und da spazierte ein Rentier, ohne sich um etwas zu k\u00fcmmern, frass Gras und war zufrieden. Leider konnte ich nicht fotografieren, da ich am Lenkrad war. Und sofern man viele Autos hinter sich hat, ist es ein Unding, einfach anzuhalten und evt. einen Unfall zu provozieren. Gleich danach ein grosses Warnschild, welches die Autofahrer auf Rentierzuchten hinwies. Vorsichtige Fahrweise war also angebracht. Minutenlang ging es der E 8 entlang, immer geradeaus, ab und zu unterbrochen von einer kleinen Kurve oder Richtungs\u00e4nderung. Eigentlich kann man das gar nicht beschreiben, man muss es selber sehen. Ja das nat\u00fcrliche wundersch\u00f6ne Lappland, es ist einfach fantastisch und unbeschreiblich. Rentiere haben wir keine mehr an diesem Tag, obwohl wir mit vielen Tieren gerechnet haben. Links und rechts B\u00e4ume, ab und zu ein kleines oder gr\u00f6sseres Seelein und nat\u00fcrlich M\u00fccken. Mir schien, als wir die Grenze zu Finnland \u00fcberquerrten, h\u00e4tten sich die M\u00fccken auf uns und in unser Auto gest\u00fcrzt. Nachdem wir morgens bei sehr k\u00fchlen Temperaturen und nicht wenig Nebel losfuhren, k\u00e4mpften wir mittlerweile gegen die Hitze, waren es doch bereits 23\u00b0 warm, und im Auto f\u00fchlte es sich noch w\u00e4rmer an. Unterwegs haben wir mit meinem Patenmeitli Fabienne gekabelt und mitgeteilt, dass wir sie und ihren Partner in \u00c4k\u00e4slompolo besuchen wollten, wenn es denn reichen sollte. Um halb 1 ben\u00f6tigten wir eine Pause und einen Kaffe, und so hielten wir beim Sturmbock, einem Museumscafe, an. Die Anlage in der N\u00e4he von J\u00e4r\u00e4m\u00e4 bestand aus Sch\u00fctzengr\u00e4ben, mit Soldaten die Maschinengewehre und Panzerabwehrkanonen hatten, und so in ihrem Beobachtungsposten Wache schoben. Ab 1942 wurden diese Stellungen von Pionieren der deutschen Armee, sie dienten dem Schutz der Eismeerh\u00e4fen. Nach dem R\u00fcckzug der deutschen Truppen aus Nordnorwegen und Petsamo wurde die Sturmbockstellung auf Januar 1945 kampflos ger\u00e4umt. Noch heute befindet sich dieses Museum hier vor Ort, wir besuchten es aber nicht, sonder begn\u00fcgten uns mit Kaffe und einem feinen Heidelbeerkuchen. Mehrere, sich immer wiederholende Gefahrensignale Achtung Rentiere passierten wir, doch nie zeigte sich ein solches Wesen. Zum Gl\u00fcck. Irgendwann tauchte auch wieder ein Achtung Elch Signal auf, aber auch hier, kein Elch auf weiter Flur. Gott sei Dank. Kurz nach 16 Uhr erreichten wir \u00c4k\u00e4slompolo und parkten unser fahrbares H\u00e4uschen gleich auf dem dort liegenden Campingplatz, den uns Fabienne empfohlen hatte. Nur wenig sp\u00e4ter besuchte sie uns mit ihrem Partner Dani, und schon hatten wir eine Einladung zu einem Ap\u00e9ro mit anschliessendem Znacht in ihrem Blockhaus, welches sie f\u00fcr eine Woche bewohnten. Das Haus lag inmitten vom Wald, umgeben von andern gr\u00f6sseren und kleineren Blockh\u00e4usern, und wurde des \u00f6fteren von Rentieren besucht. Leider sahen wir auch diesen Abend kein Rentier. Daf\u00fcr kam ein Eichh\u00f6rnchen, das jeden Morgen und Abend hier seine N\u00fcsse knabberte, welche Fabienne und Dani ihm jeweils vom Balkon hinunter warfen. Wir durften einen lustigen und interessanten mit diesen zwei jungen Leuten verbringen, und nat\u00fcrlich war es auch toll, wieder einmal l\u00e4ngere Gespr\u00e4che mit andern Leuten abzuhalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/monirita.quickconnect.to\/mo\/sharing\/HonndPIRf\">Bilder Tag 35<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag 29.6.23\u00a0 \u00a0Ich muss noch etwas zu unserem wirklich herzigen Campingplatz am Storfjorden sagen. Hier hat es ganz viele Stammg\u00e4ste, welche Dauercamper sind und den Wohnwagen quasi als Wochenendh\u00e4uschen benutzen. Dazu haben sie einen Vorbau selber gezimmert, der oftmals viel gr\u00f6sser als der Wohnwagen selbst ist. Vorne am Anbau steht oft ein grosser Balkon, auf dem man mit vielen G\u00e4sten sitzen und feiern kann. Meistens sind diese Vorbauten sehr sch\u00f6n farbig angemalt, aber auch nur weisse sehen bereits toll aus. 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