{"id":694,"date":"2023-07-27T21:28:26","date_gmt":"2023-07-27T19:28:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=694"},"modified":"2023-07-27T21:28:26","modified_gmt":"2023-07-27T19:28:26","slug":"tag-59","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=694","title":{"rendered":"Tag 59"},"content":{"rendered":"<p>Sonntag, 23. Juli 2023\u00a0 \u00a0Warum gibt es auf Gotland so viele Kirchen? Die Gesetze wurden vom Christentum vorgegeben. Die Kirche war der selbstverst\u00e4ndliche Mittelpunkt des Kirchensprengels. Da Gotland im Mittelalter exrem reich war, wurden viele stattliche Kirchen gebaut. Paradoxerweise wurde Gotland im sp\u00e4teren Mittelalter extrem arm, so dass man nicht die Mittel hatte, um die Kirchen abzureissen oder umzubauen, wie das andernorts geschah. Man liess die Kirchen also stehen. Viel sp\u00e4ter wurde ein Teil davon renoviert, aber andere verfielen zu Ruinen, was wir heute als sch\u00f6n empfinden. Wann wurde Gotland schwedisch? In der sp\u00e4ten Wikingerzeit, so um 1361, fiel der d\u00e4nische K\u00f6nig Valdemar auf der Insel ein, und fortan geh\u00f6rte Gotland zu D\u00e4nemark. Im Rahmen des Friedens von Br\u00f6sebro wurde die Insel schwedisch, obwohl anfangs des 19. Jahrhunderts die Russen einfielen und sich die Insel ein paar Monate unter den Nagel rissen. Doch sie verschwanden gl\u00fccklicherweise schnell wieder. Auch heute versuchte die Sonne sich durch die zahlreichen Wolken, welche sich immer wieder am Himmel formatieren, hindurch zu scheinen. Der Wind bliess wie verr\u00fcckt, und so konnten die Wolken sich nicht \u00fcber uns entleeren, da sie immer weiter weg geblasen wurden. Unser Weg f\u00fchrte uns an einem kleinen Quartier vorbei, in dem ein Vater am Rasenm\u00e4hen war. Im riesigen Garten stand ein Baum mit einer Baumh\u00fctte, welche sich schon fast Villa nennen k\u00f6nnte. Was m\u00fcssen die Kinder dort happy sein! Der rasenm\u00e4hende Vater grinste mir zu, w\u00e4hrenddem ich Fotos schoss, ich zeigte ihm den Daumen hoch. Auf der andern Seite der Strasse war ein kitzekleines Seelein, wahrscheinlich das Wasserreservoir der Feuerwehr, und darin halb versunken ein Fischerboot. Wir stellten uns vor, wie die Kinder hier spielen so wie Pippi Langstrumpf. Das Fahren selbst war fast wie in Finnland: rechts und links B\u00e4ume, ab und zu ein Weizen &#8211; oder Haferfeld, bereitstehend um bald abgeerntet zu werden. Nur 28 Km entfernt lag unser Ziel, das Hesselby Jernv\u00e4gsmuseum in Dalhem. Im Zentrum von Gotland befindet sich der Bahnhof der historischen Museumseisenbahn.\u00a0 Das Stationshuset Hesselby, also das Bahnhofsgeb\u00e4ude, wurde 1902 erbaut. Es war der gr\u00f6sste Zwischenbahnhof auf der Strecke zwischen Slite und Roma Jernv\u00e4g (SIRJ). Leider wurde die Zugsverbindung nur 50 Jahr sp\u00e4ter wieder aufgegeben und das Bahnhofsgeb\u00e4ude fungierte als Postamt.\u00a0 Nachdem Anfang der 1960 Jahre auch der letzte Zug von Gotland zum Stehen kam, wurden auch die Schienen entfernt. 1972 gr\u00fcndete sich der Verein Gotlandst\u00e5get und kaufte das Bahnhofsgel\u00e4nde in Dalhem, sowie die Dampflokomotive SIRJ 3 Dalhem. In den Folgejahren wurden Lokomotiven, Waggons und Geb\u00e4ude renoviert und am 8. Oktober 1978 eingeweiht. Die Sammlung hat sich immer vergr\u00f6ssert, und seither wird sie wird mit Liebe gepflegt und in Stand gehalten. Heute besteht der Fuhrpark aus vier Dampfloks, drei Dieselloks, zwei Schienenbussen und unz\u00e4hligen G\u00fcterwagen und Servicefahrzeugen. Im Magazin von 1939 ist heute eine Dauerausstellung des Eisenbahnmuseums, wobei verschiedenste Gegenst\u00e4nde wie alte Fahrpl\u00e4ne, Signale, Lampen etc.\u00a0 ausgestellt werden. Das Ganze ist \u00fcberhaupt nicht \u00fcberf\u00fcllt und fasziniert auch kleine Kinder. 1978 wurden dann die Schienen wieder neu verlegt zwischen Dalhem und Roma, da wird \u00fcbrigens auch schwedisch gesprochen&#8230; Die heutige Verbindung ist ca. 6,5 Km lang und die Fahrt dauert 30 Minuten, solange nichts dazwischen kommt. Es ist eine ruckelige Angelegenheit, so fest wurden wir durchgesch\u00fcttelt. Doch man w\u00e4hnte sich in einem andern Zeitalter, ausser dass die Kleidung bei uns allen nicht stimmte. Mittlerweile war es doch wieder sehr heiss geworden, ich habe gelesen, dass es auf Gotland und auf der Insel \u00d6land sehr viel milder ist, als andernorts in Schweden. Obwohl nicht so ungef\u00e4hrlich, durfte man sich ausserhalb des Waggons im Einstiegsbereich ausserhalb aufhalten, was wir nat\u00fcrlich sehr genossen haben. Pl\u00f6tzlich wird man als Erwachsener wieder zum Kind. Ich muss nicht extra erw\u00e4hnen, dass wir nicht die Einzigen waren. Bei einem kurzen Halt in Tule gab es noch m\u00fcndliche Informationen, welche leider nur in Schwedisch abgehalten und vermittelt wurden. Der Zugf\u00fchrer nutzte die Gelegenheit um eine Zigarette zu rauchen, dies ist ja in Schweden bekanntlich schwierig, da oft mit Verboten und Tafeln gewarnt wird, dies \u00f6ffentlich zu tun. Unser Weg f\u00fchrte uns weiter an die Ostsee nach Ljugarn, wo es uns fast weg gewindet h\u00e4tte. Zum Gl\u00fcck sind wir nicht so leicht, alles hat seine Vorteile und Nachteile. Obwohl Ljugarn ein wenig gesch\u00fctzt in der Insel eingebettet ist, hatte es keine Schwimmer im Meer, die Luft war einfach zu kalt. Dort ans\u00e4ssig ist ein ber\u00fchmtes V\u00e4ffelmagasinet, bei dem wir uns eine Waffel schmecken liessen, Rico mit Vanilleeis und ich schwedisch mit Rahm und Marmelade. Quer durch die Insel f\u00fchrte uns unser Weg weiter an die Westseite, welche am atlantischen Ozean liegt, genannt auch Central Baltic Seas oder Zentrale Ostsee, nach Klintehamn. Diese Gemeinde liegt 32 Km s\u00fcdlich von Visby, und erlebte am Ende des 18. Jahrhunderts seinen Aufschwung durch seinen grossen Hafen. Hier wurde eine Reederei gegr\u00fcndet und eine grosse Werft errichtet. Von hier aus kann man auch auf die Inseln Lilla Karls\u00f6 und Stora Karls\u00f6 \u00fcbersetzen, wo sich Naturschutzgebiete befinden und ein riesiges Vogelvorkommen ist. heute befinden sich riesige hohe Holzlager, welche vermutlich zu Spanplatten verarbeitet werden. Da es schon sp\u00e4ter war und wir noch kein Abendessen hatten, beschlossen wir nochmals Visby aufzusuchen. Wir assen im selbigen Restaurant wie vor 2 Tagen, das Fleisch war sehr gut, mit dem Rest hatten wir beide M\u00fche. Pommes sind halt nicht so gut vertr\u00e4glich gegen Abend. Der Wetterbericht hat Regen angesagt f\u00fcr morgen Montag, das passt gut, so k\u00f6nnen wir l\u00e4nger schlafen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/monirita.quickconnect.to\/mo\/sharing\/cNi0T4mjF\">Bilder Tag 59<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 23. Juli 2023\u00a0 \u00a0Warum gibt es auf Gotland so viele Kirchen? Die Gesetze wurden vom Christentum vorgegeben. Die Kirche war der selbstverst\u00e4ndliche Mittelpunkt des Kirchensprengels. Da Gotland im Mittelalter exrem reich war, wurden viele stattliche Kirchen gebaut. Paradoxerweise wurde Gotland im sp\u00e4teren Mittelalter extrem arm, so dass man nicht die Mittel hatte, um die Kirchen abzureissen oder umzubauen, wie das andernorts geschah. Man liess die Kirchen also stehen. Viel sp\u00e4ter wurde ein Teil davon renoviert, aber andere verfielen zu Ruinen, was wir heute als sch\u00f6n empfinden. Wann wurde Gotland schwedisch? 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