{"id":785,"date":"2023-08-06T16:57:37","date_gmt":"2023-08-06T14:57:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=785"},"modified":"2023-08-06T16:57:37","modified_gmt":"2023-08-06T14:57:37","slug":"tag-69","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=785","title":{"rendered":"Tag 69"},"content":{"rendered":"<p>Mittwoch, 2. August 2023\u00a0 \u00a0Heute Nacht ab 2 Uhr hatten wir Dauerregen, dass es nur so auf das Wohnwagendach prasselte und uns nat\u00fcrlich aufweckte. Am Morgen verzeichnete der Campingplatz riesige Seen auf dem Rasen, die ganzen unasphaltierten Strassen waren kaum mehr zu erkennen, ausser einzelnen grossen Steinen, welche hervorlugten. Trotzt des vor Jahren gemachten Rettungsschwimmerbrevets fand ich es nicht angebracht, mich in Gefahr zu bringen&#8230; Kurzerhand fuhr ich mit dem Auto, statt des Velos, in den Laden um Fr\u00fchst\u00fccksbr\u00f6tchen zu kaufen. Ich war zur Zeit die einzige Person, die sich draussen befand. Ergo h\u00e4tte mich gar niemand retten k\u00f6nnen, falls es denn n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Unaufhaltsam regnete es in Str\u00f6men, und kein Ende in Sicht. Auf der Wetterapp war ersichtlich, dass es unterhalb vom V\u00e4tternsee ein wenig besser aussah, und so machten wir uns auf nach J\u00f6nk\u00f6pping. Tats\u00e4chlich nahm der Regen unterwegs immer mehr ab und schlussendlich war es nur noch bew\u00f6lkt, als wir im Streichholzmuseum ankamen. Schon beachtlich, was 99 Kilometer wettertechnisch gesehen, ausmachen. Im T\u00e4ndsticksmuseet wird auf eindr\u00fcckliche Art die Herstellung der Z\u00fcndh\u00f6lzer gezeigt und deren Geschichte erz\u00e4hlt. 1845 begann Carl Frans Lundstr\u00f6m mit seinem Bruder Johan Edvard die Streichh\u00f6lzer zusammen mit 30 Arbeiterinnen und Arbeitern in einer kleinen Schusterwerkstatt herzustellen. Doch schon bald wurde die kleine Fabrik zu eng und am V\u00e4tternsee wurde eine neue Produktionsst\u00e4tte, welche das heutige Museum ist, bezogen. 1848 waren die neuen Geb\u00e4ude fertig gestellt, und das Gesch\u00e4ft mit den Streichh\u00f6lzern bl\u00fchte. 2\/3 der arbeitenden Mannschaft bestand aus Frauen, und damals wurden noch Kinder zur Herstellung beigezogen, die arbeiteten n\u00e4mlich nur f\u00fcr einen Drittel des Lohnes. Von Montag bis Samstag wurde produziert, am Sonntag durften die Kinder gratis in die fabrikeigene Schule gehen. Das Museum hat uns sehr gefallen, schade war trotzdem, dass alles nur auf schwedisch und englisch beschrieben war. Dies macht es m\u00fchsam, immer wieder alles \u00fcbersetzen zu m\u00fcssen. Draussen regnete es immer noch nicht, aber die Wolken wurden immer dunkler und mehr, so dass wir uns ins Espressohouse setzten um einen wirklich ausserordentlich guten Cappuccino zu trinken. Wir hatten zwar Regenklamotten dabei, liessen sie aber wohlweislich im Auto, welches weiter weg parkiert stand. Auf dem R\u00fcckweg statteten wir Gr\u00e4nna einen Besuch ab, hier werden seit 1850 die ber\u00fchmten Polkargris hergestellt. Gr\u00e4nna ist das Mekka von S\u00fcssigkeiten und Godis, im ganzen Dorf weht dauernd ein s\u00fcsser Wind. Die rot weissen Zuckerstangen mit Pfefferminzgeschmack werden hier von mehreren Gesch\u00e4ften hergestellt und oft hat es eine Scheibe, durch die man bei der Herstellung zusehen kann. Die Leute dr\u00e4ngen sich davor und sind begeistert. Gr\u00e4nna selber ist eine schmucke, herzige Stadt in Schweden, deren Einkaufsstrasse von eben diesen Gesch\u00e4ften lebt. Farbig geht es hier zu und her. Dreh und Angelpunkt der Schmelztiegel und der Polkagris-Kultur! hier finden auch die Weltmeisterschaften im Polkagris-Herstellen statt, und allj\u00e4hrlich pilgern 1,5 Millionen Menschen hierher. Auf dem R\u00fcckweg begann es wieder zu regnen, und eigentlich h\u00e4tten wir den Grill anmachen wollen. Da dies bekanntlich nicht so gut geht im Vorzelt und wir keine Lust mehr auf Regen hatten, fuhren wir gleich weiter nach Vadstena. Dort probierten wir ein anderes Restaurant aus und wurden nicht entt\u00e4uscht. Ich probierte erstmals einen Taco und Rico hatte ein Cordonbleu, beide waren wir zufrieden mit unserer Wahl. Auf dem Campingplatz nahmen wir noch einen feinen Kaffe und assen den im Dorf gekauften Kanellbulle und den Mohnkaka, und dann bereiteten wir uns f\u00fcr die st\u00fcrmische Nacht vor. In der Wetterapp war von Sturmwinden die Rede, und kurz darauf begann es zu st\u00fcrmen. Der Wind zerrte w\u00fctend an unserem Vorzelt, so dass uns Angst und Bange wurde. Das Zelt hielt jedoch stand, was mich pers\u00f6nlich nicht verwunderte, Rico hatte es n\u00e4mlich wohlweislich gut verankert und jeden n\u00f6tigen Hering eingeschlagen. Der Sturm peitschte das Wasser im See, und er br\u00fcllte so laut, dass man draussen sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Er r\u00fcttelte die ganze Nacht so fest am Wohnwagen, dass wir einander immer wieder anschauten, und uns fragten, wie lange dies noch dauern m\u00f6ge.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/monirita.quickconnect.to\/mo\/sharing\/urmUpeRmr\">Bilder Tag 69<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 2. August 2023\u00a0 \u00a0Heute Nacht ab 2 Uhr hatten wir Dauerregen, dass es nur so auf das Wohnwagendach prasselte und uns nat\u00fcrlich aufweckte. Am Morgen verzeichnete der Campingplatz riesige Seen auf dem Rasen, die ganzen unasphaltierten Strassen waren kaum mehr zu erkennen, ausser einzelnen grossen Steinen, welche hervorlugten. Trotzt des vor Jahren gemachten Rettungsschwimmerbrevets fand ich es nicht angebracht, mich in Gefahr zu bringen&#8230; Kurzerhand fuhr ich mit dem Auto, statt des Velos, in den Laden um Fr\u00fchst\u00fccksbr\u00f6tchen zu kaufen. Ich war zur Zeit die einzige Person, die sich draussen befand. Ergo h\u00e4tte mich gar niemand retten k\u00f6nnen, falls es denn n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Unaufhaltsam regnete es in Str\u00f6men, und kein Ende in Sicht. Auf der Wetterapp war ersichtlich, dass es unterhalb vom V\u00e4tternsee ein wenig besser aussah, und so machten wir uns auf nach J\u00f6nk\u00f6pping. Tats\u00e4chlich nahm der Regen unterwegs immer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-785","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reise-2023"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=785"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":811,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions\/811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}