{"id":840,"date":"2023-08-12T14:21:29","date_gmt":"2023-08-12T12:21:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=840"},"modified":"2023-08-12T14:21:29","modified_gmt":"2023-08-12T12:21:29","slug":"tag-74","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.monika-kesselring.ch\/?p=840","title":{"rendered":"Tag 74"},"content":{"rendered":"<p>Montag, 7.8.2023\u00a0 \u00a0Die ganze Nacht prasselte der Regen unaufh\u00f6rlich auf das Wohnwagendach, deshalb waren auf dem Campingplatz sehr viele grosse Pf\u00fctzen entstanden, das viele Wasser konnte einfach nicht ablaufen. Schnellstm\u00f6glich wollten wir diese Regenzone verlassen, deshalb gab es auch kein Fr\u00fchst\u00fcck, sondern nur Kaffe. Rico musste bei str\u00f6mendem Regen\u00a0 den nassen, schweren und schmutzigen Teppich mit mir zusammen einpacken, es war ein schwieriges Unterfangen. Aber als gut funktionierendes Team waren wir schon Einiges gewohnt, und packten auch diese Herausforderung. Trotzdem muss man sich einmal vor Augen halten und vorstellen, wieviel Zeit ein Zusammenpacken &#8211; und R\u00e4umen ben\u00f6tigt. Bereits ein nur 10 m langes Stromkabel zusammen zu nehmen, welches im Pflotsch gelegen hat, dreckig und nass ist und nun wieder zusammengerollt werden sollte, m\u00f6glichst trocken nat\u00fcrlich, ben\u00f6tigt einen nassen Lappen um das Kabel m\u00f6glichst sauber aufzurollen. Wenn man es n\u00e4mlich schmutzig versorgen wollte, w\u00fcrde der Stauraum immer verdreckter werden, ausserdem sind dort noch die Campingst\u00fchle, der Tisch, der Sonnenschirm, Kleinkram und die Sitzpolster versorgt. Gut, wenn alles wirklich trocken und sauber ist. Damit wir m\u00f6glichst wenig N\u00e4sse abbekamen, arbeiteten wir in kurzen Shorts mit einer langen Regenjacke, Rico\u00a0 hat meist noch seinen sch\u00fctzenden schwarzen Hut auf dem Kopf. Nach Beendigung kann man sich trocken reiben und hat nicht so viele nasse, feuchte Hosen im Wohnwagen herumliegen. W\u00e4hrend des Zusammenpackens begann dann noch ein Gewitter mit Donner und Blitz, und wen verwundert es, dass sich keine Hasen blicken liessen?\u00a0 Bei str\u00f6mendem Regen fuhren wir los und unterwegs begannen die Sturmwinde am Auto und Wohnwagen herum zu zerren und r\u00fcttelten manchmal so fest, dass man Angst bekam, umzukippen. Aber zuerst freuten wir uns beide auf die \u00d6resundbr\u00fccke, welche wir bereits von den im Fernsehen gesehenen Krimis kannten. Der ber\u00fchmteste und sicherlich spannendste Krimi ist wohl die Br\u00fccke (The Bridge), in dem die Schweden mit den D\u00e4nen zusammen kooperieren und\u00a0 ermitteln. Die \u00d6resundbr\u00fccke ist die weltweit l\u00e4ngste Schr\u00e4gseilbr\u00fccke f\u00fcr kombinierten Strassen &#8211; und Eisenbahnverkehr. Sie bildet zusammen mit dem Drogdentunnel und der k\u00fcnstlichen Insel Peberholm die mautpflichtige \u00d6resundverbindung, welche die d\u00e4nische Hauptstadt Kopenhagen mit Malm\u00f6 in Schweden verbindet. Die Br\u00fccke wurde am 1 Juli 2000 dem Verkehr \u00fcbergeben, hat eine Gesamtl\u00e4nge von 8745 m,\u00a0 weist eine Breite von 23,5 m auf und kostete f\u00fcr uns mit Wohnwagen und Auto SFr. 215.- Pro Tag \u00fcberqueren 17`000 Kraftfahrzeuge und 200 Eisenbahnz\u00fcge die Br\u00fccke. Die Baukosten dieser l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Br\u00fccke betrugen damals 1 Milliarde Euro. Urspr\u00fcnglich wollten wir noch eine Weile in D\u00e4nemark verweilen, die Wetteraussichten waren aber so ern\u00fcchternd, dass wir dieses Ziel nicht mehr verfolgten. Wir wollten nun direkt weiter nach Fehmarn in Deutschland. Rico meinte auch, dass er langsam die deutschsprachigen Leute vermisste. Die Fahrt f\u00fchrte uns weiter \u00fcber die d\u00e4nischen Inseln Seeland, Falster und schlussendlich Lolland, wo uns der Hafen R\u00f8dby erwartete. Fast wie in Italien an den Mautstellen standen hier riesige Lastwagen mit Anh\u00e4ngern, viele Wohnmobilfahrer, Wohnwagenanh\u00e4nger und Personenwagen, welche auf die Anweisungen der Besatzung warteten, um in den richtigen Fahrstreifen eingewiesen zu werden. Soeben fuhr eine F\u00e4hre davon Richtung Fehmarn, aber es dauerte nur wenige Minuten, bis auch wir uns bereits auf dem n\u00e4chsten Schiff befanden und zur Abfahrt bereit waren. Nach sehr kurzer Zeit, die F\u00e4hre verkehrt alle 30 Minuten, begann bereits die \u00dcberfahrt, was hatten wir wieder einmal mehr Gl\u00fcck? Nach ca. 7 Minuten teilte uns der Kapit\u00e4n auf schwedisch, d\u00e4nisch und englisch mit, wir m\u00fcssten umkehren. Der Grund war ein medizinischer Notfall an Bord. Alle Leute wurden augenblicklich still und waren in sich gekehrt, froh, dass es einem nicht selbst so erging. Da es auf dem Meer heftig st\u00fcrmte, schaukelte unser Schiffe gen Hafen und hatte redlich M\u00fche, ruhig in die vorgesehene Anlegebucht zu fahren. Draussen h\u00f6rten wir die Sirene des Rettungswagens und fieberten mit, jeder still in sich gekehrt. Das n\u00e4chste Problem war nun nat\u00fcrlich das stehengebliebene Fahrzeug des Notfallpatienten, das musste die F\u00e4hre auch verlassen. Fast eine halbe Stunde lang versuchte die Crew, ein d\u00e4nisches und ein schwedisches Auto wegfahren zu lassen. Aber niemand meldete sich, obwohl die Durchsage dauernd \u00fcber Lautsprecher zu h\u00f6ren war. Schlussendlich fasste sich eine Schwedin ein Herz, und ging von Passagier zu Passagier, fragte sich durch, wem wohl die Autos geh\u00f6rten, welche das Schiff blockierten. Nicht auszudenken, wenn ein Wohnwagen im Weg gestanden, und wie schwierig es sich erwiesen h\u00e4tte, diesen umzuparken in der Enge des Schiffbauches. Mit einer Stunde Versp\u00e4tung ging dann die Fahrt abermals los und auch die Sturmb\u00f6en hatten sich weiter entwickelt. Die \u00dcberfahrt war recht st\u00fcrmisch, beim Herumlaufen schletzte es uns von einer Ecke in die andere, was bei den Leuten ein Grinsen ausl\u00f6ste. Es sah n\u00e4mlich so aus, als w\u00e4ren wir betrunken. Da es aber allen so ging, war es nicht schlimm. Wir qu\u00e4lten uns die Treppen hoch in das achte Deck, um in Schiffsfahrtrichtung nach vorne sehen zu k\u00f6nnen, ausserdem waren die St\u00fchle dort sehr bequem und es war ruhiger als unten. Vielen Leuten wurde es auch schlecht, und immer wieder schleuderte das w\u00fctende Meer seine Wellen bis zu unserm Fenster hoch. die Wellent\u00e4ler waren ca. 2 m tief, und das Schiff schaukelte beachtlich. Was waren wir froh, das Festland gesund erreicht zu haben! Wir erreichten das unheimlich windige aber trockene Fehmarn bei Sonnenschein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/monirita.quickconnect.to\/mo\/sharing\/qvNgof0Lr\">Bilder Tag 74<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag, 7.8.2023\u00a0 \u00a0Die ganze Nacht prasselte der Regen unaufh\u00f6rlich auf das Wohnwagendach, deshalb waren auf dem Campingplatz sehr viele grosse Pf\u00fctzen entstanden, das viele Wasser konnte einfach nicht ablaufen. Schnellstm\u00f6glich wollten wir diese Regenzone verlassen, deshalb gab es auch kein Fr\u00fchst\u00fcck, sondern nur Kaffe. Rico musste bei str\u00f6mendem Regen\u00a0 den nassen, schweren und schmutzigen Teppich mit mir zusammen einpacken, es war ein schwieriges Unterfangen. Aber als gut funktionierendes Team waren wir schon Einiges gewohnt, und packten auch diese Herausforderung. 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