Sonntag, 18. Juni 2023 Wir verlassen Haugesund Richtung Nordfjordeid und fahren bis zum Campingplatz Nesjartun am Horninsalsvatnet. Es war auch wieder sehr heiss bei 26°, plötzlich wurde es kühler und begann ein wenig zu tröpfeln. Anschliessend wurde es wieder milder, so wie wir es uns gewohnt waren. Wir erreichten den Campingplatz erst um 19:40 und waren dementsprechend vom Fahren sehr müde und verschwitzt.
Montag, 19.6.2023 Ich erwachte bereits um 5:30, immer eine gute Zeit, um zu lesen. Als Rico auch wach war konnten wir zusammen frühstücken und uns wieder zum Weiterreisen bereit machen. Heute ging es schnell, hatten wir doch nur eine Stunde entfernt einen Camping in Hellesylt ausgesucht. Nach dem Ankommen um 9:20 wollten wir uns aufmachen, den Geirangerfjord per Schiff zu befahren, deshalb stellten wir den Wohnwagen auf den Platz, ohne ein Zelt aufzustellen. Anmelden konnten wir uns nicht mehr, da nur von 6 – 7 und von 18 – 19 Uhr jemand vom Platz anwesend ist. Also packten wir die Räder, um am Hafen die Fähre zu nehmen. Um 10:00 hätte sie abfahren sollen, und es warteten schon mehrere Fahrzeuge und Leute, aber die Fähre kam nicht. Also versuchten wir es mit der 11 Uhr Fähre, welche dann glücklicherweise auch pünktlich ankam. Die Fahrt war traumhaft schön, immer wieder vorbei an Wasserfällen, schroffen Klippen und schön anzusehenden Felsen. Auch heute wieder 23°, und sogar auf dem Schiff war es im Fahrtwind sehr angenehm. Vorbei ging es an den 7 Schwestern, 7 unverheiratete Jungfrauen, welche jede Avance des Freiers, ein gegenüberliegender Wasserfall, der immer wieder um sie gebuhlt hatte, abwiesen und er leider keine Chancen hatte.. Der Geirangerfjord trumpft mit allen erdenklichen Schönheiten auf und gehört somit zu den schönsten aller Fjorde in Norwegen. Sowohl in Geiranger als auch in Hellesylt legen alljährlich hunderte von Kreuzfahrtschiffen an, so dass sogar wir 2 Ankünfte und eine Abfahrt beobachten konnten. In Geiranger bestiegen wir unsere E Bikes um evt. an den Ursprungsort eines grossen und tosenden Wasserfalls zu gelangen. Die steile Auffahrt war teils gefährlich für uns Velofahrer, da sich auf der schmalen Strasse Busse, Wohnmobile und auch Autos kreuzen mussten. Oft standen die Fahrzeuge vor einer Kurve und stauten sich, da kein Vorwärtskommen mehr möglich war. Die Buschaffeure schüttelten die Köpfe ob den nichtfähigen Autofahrern, welche keine Ausweichstelle erreichen konnten. Und so hatten wir nicht so gute Luft in den Lungen, dafür eine gute Aussicht auf den Fjord und die schönen Wasserfälle. Nachdem wir ein paar spektakuläre Fotos schiessen konnten, wollten wir uns noch ein wenig im Dorf umsehen, gab es hier doch jede Menge an Kitschgeschäften und Souvenierläden die versuchten, ein Rentierfell oder tolle Kleidungsstücke aus Schafwolle etc. an den Mann oder an die Frau zu bringen. Es war ein richtiges Gewusel hier aber auch spannend mit anzuschauen, wie sich die Touristen teils durch die engen Gassen zu manövrieren versuchten. Unser Rückfähre ging um 15:30, also begaben wir uns rechtzeitig zum Hafen und sahen schon bald, dass viele Autofahrer zum Umdrehen gezwungen wurden, die aber auch um die selbe Zeit die Fähre gebucht hatten. Neugierig geworden fragten wir eine Angestellte, was denn los sei. Sie erklärte ziemlich schroff, es gäbe keine Fähre mehr heute. Nun wurde es spannend, trafen wir doch viele Gleichgesinnte, welche auch keine Rückfahrtmöglichkeit mehr hatten. Wir pilgerten alle zusammen zur Info und fragten nach, was zu tun sei. Niemand wusste Bescheid, doch wir insistierten so lange, bis sich endlich eine deutschsprachige Frau vom Touristikzentrum erweichen liess und für uns alle eine Anfrage startete. Nach langem Hin und Her, konnte sie einen Bus für uns organisieren, welcher aber erst um 17 Uhr fahren sollte. Unterdessen waren wir nur noch 14 statt deren 18 Leute, die andern fuhren mit einem Schnellboot, welches nochmals 350 Kronen kostete, zurück, und so warteten wir geduldig auf unseren Bus, der uns wieder auf dem Landweg nach Hellesylt führen sollte. Der Landweg bestand aus rund 130 Strassen Kilometern und 2 Fähren, welche wir unmöglich per Velo, da zu wenig Strom, bewältigen konnten. Ausserdem wäre es zeitlich eine schier unmögliche Aufgabe gewesen, wollten wir doch endlich einmal zu den Lofoten gelangen. Mit Verspätung um 17:30, aber glücklich darüber, dass unsere Fahrräder auch transportiert werden konnten, durften wir endlich unsere verspätete Rückreise antreten. Unser Chauffeur fuhr ziemlich zackig und so kamen wir auch etwas früher als gedacht, nämlich um 19:20 wieder auf dem Campingplatz in Hellesylt an. Zusammen besprachen wir das weitere Vorgehen unserer Reise, wollten wir doch ursprünglich noch Trondheim besichtigen, wir fanden jedoch keinen Campingplatz in der Nähe. Auch hatten wir beide plötzlich keine Lust mehr auf Grossstädte und viele Leute. So beschlossen wir, so lange und so weit wie nur möglich, weiter zu fahren, um unserem Lofotenziel näher zu kommen.