Tag 15 und 16

Freitag, 9. Juni 2023  Unser heutiger schneereicher (das wussten wir aber noch nicht) Weg sollte uns von Rysstad nach Stavanger führen auf einer Route, die eigentlich in 2 Stunden und 35 Minuten zu bewältigen wäre und ca.  159 Kilometer weit entfernt ist. Ohne Eile packten wir alles zusammen, hängten den Wohnwagen an, montierten die Aussenspiegel und waren bereits um 9:50 abfahrtsbereit. Nach ca.  20 Minuten Fahrt wähnten wir uns plötzlich im Winter, waren doch die vielen Seelein und die Berge schneebedeckt. Teilweise schwammen Eisschollen auf den Seen, was wunderbar aussah. Wir zwei Winterkinder die wir sind, mussten immer wieder anhalten, um Fotos zu machen oder uns einfach am Anblick zu erfreuen. Einmal sprang sogar ein Reh über die Strasse, und dies, obwohl eigentlich hier vor Schafen gewarnt wurde mittels Gefahrensignal. Es war märchenhaft und wir konnten unsern Blick kaum lösen, deshalb hielten wir permanent an, um wieder Fotos zu schiessen. Am liebsten hätte ich eine Schneeballschlacht gemacht. Das Tal der Otra, welches wir verliessen, wird eigentlich das Märchental des Südens genannt. Aber hier in den Fjellen, ein paar Kilometer weiter in dieser einzigartig schönen Natur der Berge, dies alles erleben zu dürfen, und dies bei 14.5° Wärme, das war einfach wunderbar. Der langen Rede kurzer Sinn, die 2,5 Stunden Fahrtzeit reichten bei Weitem nicht. Dies war allerdings auch dem Umstand zu verdanken, dass wir hinter einem blinkenden Unterhaltsfahrzeug herfuhren, er hielt immer wieder einmal an, um irgendwas zu kontrollieren. Rico meinte, es seien die Strassenschilder oder die Schneemesshölzer, vielleicht musste er aber auch kontrollieren, dass die Strasse wirklich befahrbar ist. Da dieses Fahrzeug etwas breiter als ein PW war, konnten wir hinter ihm herfahren mit gleichem Tempo, ohne Angst haben zu müssen, hinter der nächsten Kurve käme jemand entgegen. Er spurte uns eigentlich die Strecke gut vor. Leider machte der gute  Mann irgendwann Pause und so überholten wir ihn, nicht ohne ihm Adieu gewinkt zu haben. Die Strasse war teilweise so schmal, dass 2 Fahrzeuge nicht kreuzen konnten, aber mit guter Voraussicht und dem Benutzen eines Ausweichplatzes ging es doch immer gut. Der Weg führte uns insgesamt auch durch ein 27 Km langes Naturschutzgebiet, welches Lusaheia heisst, und oft kreuzten wir Womos, welche hier genächtigt hatten. Wir glauben aber nicht, dass die Leute die Morgentoilette im kühlen Bergseewasser gemacht haben. Nach diesen phantastischen und sehr reizvollen 27 Kilometern kamen wir dann wieder einmal in bewohntes Gebiet und damit nach Oltedal, wo sich eine Spinnerei befand. Schnell war beschlossen, hier einen Kaffe zu trinken und einen Blaubeermuffin zu essen und natürlich die Augen schweifen zu lassen in der sagenhaft wunderschönen Butik und Ausstellung. Das Lafthuset, wie die Spinnerei hiess, hatte alles erdenklich Mögliche, was aus Schafwolle besteht, zum Verkauf feilgehalten. Socken, Wolle, warme wunderschöne Decken, Kinderstricksachen ja und sogar Trolle etc.  Alleine vom Schauen war das Herz erfüllt, und Nein, wir haben nichts gekauft! Endlich gegen 15 Uhr erreichten wir den grossen Campingdrift SA in Stavanger, der am Mosvatnet See liegt und uns die nächsten Tage beherbergen wird. Auf dem Platz war es so heiss, nämlich 20° und trotzdem stand nach 50 Minuten unser Vorzelt mit Seitenwänden; wir werden immer schneller…

Bilder Tag 15

Samstag, 10. Juni 2023

Das Norsk Oljemuseum stand zuoberst auf unserer Liste, also statteten wir ihm zuerst einen Besuch ab. Da immer noch keine Schulferien sind hier, hatte es dementsprechend wenig Besucher. Interessant war zu sehen, wie der Aufbau und die Entwicklung der Bohrinseln zustande kam, und damit natürlich auch der Aufschwung der Norweger. Das schwarze Gold, welches in der Nordsee gefördert wird, brachte politische Macht und wirtschaftlichen Reichtum. Erwähnenswert ist auch, dass der futuristische, moderne Bau im Hafen schon fast ein neues Wahrzeichen ist in Stavanger. Insgesamt sehr interessant, schade nur, dass alle Erklärungen, Filme etc. nur auf Norwegisch und Englisch sind.

Bilder Tag 16

Das Viertel Altstavanger beherbergt 173 teilweise über 200 Jahre alte Holzhäuser, die sich idyllisch nebeneinander reihen. Es war eine Augenweide, die sehr gepflegten Gärtchen  und die mit Blumen bepflanzten Kübel vor den Häusern bestaunen zu dürfen. Fast jedes Haus ein Fotomotiv. Gamle Stavanger liegt eingebettet zwischen der Nedre und des ∅vre Strandgate am westlichen Ufer des Vågen. Wir schlenderten mit vielen neugierigen und gespannten Touristen durch die Gassen und haben die Farben der Natur und die Einzigartigkeit der hübschen Häuschen genossen.

Bilder Tag 16

Steil hinauf gings alsbald auf der andern Seite zum ehemaligen Brandwachturm, dem Valbergtårnet. Er war geschlossen, so dass wir ihn nicht besteigen konnten.

Bilder Tag 16

Die Domkirche St. Svithus ist die bedeutendste Kirche Norwegens und wird momentan aussen renoviert. Der nebenan stehende Kongsgård, einstiger Bischofs – und spätere Königsresidenz wird seit 200 Jahren als Gymnasium genutzt, und darf deshalb nicht besucht werden.

Bilder Tag 16

Immer wieder schön anzusehen sind die verschiedenen Street – Art Bilder, welche an einigen Häusern aufgemalt wurden. Wir bewältigten an diesem Tag über 20 Km mit den Velos, um die Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Zwischendurch gönnten wir uns eine Pause in unserm neuen Lieblings Kro, im Hansen Hjørnet direkt am Stadthafen und versuchten die dirti Fries. Das sind Pommes mit Schale gebacken, sowie ganz feinen Speckstreifen und Frühlingszwiebeln mit einer leckeren Sauce.

Bilder Tag 16

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