Tag 17

Sonntag, 11. Juni 2023  Entlang des Fussweges vom Hafen bis zum Kunstmuseum fallen dem Besucher 23 Plastiken des englischen Künstler Antony Gormley auf. Sie sind jeweils alle aus dem gleichen Abguss seines Körpers nachempfunden und stehen an markanten und sehenswerten Orten, um die Leute auf das städtische Zusammentreffen hinzuweisen. Immer wieder trifft man unerwarteterweise so eine Plastik an, und weiss, hier gibt es was zu sehen. Heute freuten wir uns besonders auf die 3 stündige Schifffahrt in die Fjorde Stavangers und Umgebung. Pünktlich um 10:oo Uhr tuckerten wir los, zuerst langsam, da wir noch ein Kreuzfahrtschiff aus Nassau querten, und dann immer schneller, am Ölmuseum vorbei und unter der dreiteiligen Bybrua durch, welche auf einer langen Strecke Stavanger die Inseln Grasholmen, Sølyst, und Engø verbindet und dann nach Hundwåg führt. Unter uns , ca. 94 Meter unter dem Meer kreuzten wir den 4 röhrigen Unterwasser-Strassentunnel Hundvågtunnelen, der nach 6 jährigen Bauzeit im April 2020 eröffnet wurde. Er ist 5500 Meter lang, verbindet Stavangers Festland mit der Insel Hundvåg und heisst Nationalstrasse 13. Wir durchfuhren den Frafjord, vorbei an hübschen kleinen Inselchen und Holmen, die zum Teil sogar bewohnt waren. Auch heute waren 26° angekündigt, doch dank des Fahrwindes liess es sich sehr gut aushalten. Schon bald kamen wir durch den berühmten Lysefjord, immer wieder vorbei an Lachsfarmen und auch an Muschelfarmen. Rechts und links des Fjords türmten sich die Berge in die Höhe, und alsbald trafen wir sogar das sehr bekannte Hurtigruten-Schiff Otto Sverdrup. Wer von uns träumte nicht schon einmal von dieser Reise? Auf der Rückfahrt fuhren wir in langsamer Fahrt beim Preikestolen vorbei, er befindet sich 600 Meter über uns. Wie immer, hatte es eine Menge Leute dort oben, die sich über 2 Stunden den Aufstieg mühsam erkämpft hatten. Man sagt, die Mutigen kriechen auf dem Bauch nach vorne zur Kante, aber die ganz Mutigen sitzen dort, lässig die Beine baumeln lassend… Jedes Jahr besuchen über 300`000 Leute diese Aussichtsplattform, welche mit steilen und messerscharfen Kanten auffällt. Immer wieder verunglücken Leute dort, die sich zu weit nach vorne wagten. Ein Weilchen später sagte der Kapitän, dass wir nun ganz nahe und sehr langsam an den Berg fahren werden, da hier ein paar Geissen wohnen, und dass sie die Crew gut kennen würden. Tatsächlich stand eine hoheitsvoll und ruhig so ziemlich weitvorne auf einem Felsvorsprung, dass wir dachten, die sei gar nicht echt. Aber beim Näherkommen plötzlich, stieben ein paar muntere weitere Geissen, die sich bis jetzt in einer Höhle versteckten, heraus. Leider konnte ich von meinem Platz aus nicht sehen, warum dies geschah. Ich vermute jedoch, dass sie mit Futter angelockt wurden. Durch die Sonne und die Hitze auf der Rückfahrt, es hatte fast keinen Wind mehr, waren ziemlich viele Mitreisende müde. Der Höhepunkt jedoch für mich war, als ich ein vermeintlich treibendes Holzstück sah, und es sich aber als Seehund entpuppte. Spontan rief ich den Reisenden zu; a Seal, look a Sea!. Er trieb faul auf dem Rücken, sich ausruhend und schaute uns mit grossen, runden schwarzen Augen an. Er war wirklich herzig. Zurück im Hafen gingen wir dann zu unsern Velos, und schon von Weitem sagte ich, dass sie ja noch da seien. Wir hatten sie jeweils mit dem eigenen Schloss, sowie mit einer Kette gesichert, welche wir schon lange immer wieder benutzen, um die Bikes aneinander zu binden. Und dies auch wenn immer möglich um einen Pfosten oder Ähnliches. Unsere Kette war durchgeschnitten, von Rico gefunden hinter der Mauer im Gebüsch. Wahrscheinlich hatten die Diebe keine Zeit und Musse, unerkannt weiter die andern Schlösser zu knacken. Ausserdem ist ein E Bike ohne den Computer sehr schwer zu stossen als auch zu fahren, weil es sehr schwer ist. Was waren wir froh, unsere Räder nicht nur mit der Kette gesichtert zu haben. Bei meinem Bike wollten sie sogar die Batterie rausnehmen, was aber nicht gelang. Morgen kaufen wir das dickste und sicherste Veloschloss, welches hier zu finden ist. Wir fuhren mit unsern Rädern dann erstmals über die 26 m hohe Bybrua, wo es sehr windig war. Wegen einer Baustelle war nur eine Seite befahrbar, das führte manchmal zu schwierigen Tag 17 beim Kreuzen mit dem Gegenverkehr, sowohl auch mit den wahnsinnig schnellen E Trottis. Diese Brücke ist 10678 m lang, quert den Strømsteinsund und wurde 1978 eröffnet als erste Schrägseilbrücke Norwegens. Natürlich mussten wir nochmals in Hansen Hjørnet, um nochmals einen feinen Killingsalad zu essen.

Bilder Tag 17

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