Tag 21, 22 und 23

Donnerstag, 15. Juni 2023   Kein spektakulärer Tag, kurz:

Chillen

Velofahren in Haugesunds langer Einkaufsstrasse

Einkaufen

Sonne geniessen

Kauf einer neuen Sonnenbrille, da die alte unauffindbar war

Grilling the Killing auf Holzkohle (war sehr sehr lecker) mit Geschwellten und Salat

Freitag, 16. Juni 2023   Heute stand Karmøy, die Insel mit seidenweichen Sandstränden und authentischer Küstenkultur auf dem Plan. Die Dramatik des Meeres bekamen wir nicht live mit… Also verliessen wir Haugesund, die vielen grossen, breiten und lärmenden Baustellen hinter uns lassend, via E 134 über die grosse, berühmte (sind hier nicht alle Brücken berühmt?) Karmsundbrua. Ganz unten an der Südspitze der Insel wollen wir unsern Ausflug im charmanten Skudeneshavn mit unsern E Bikes erkunden und beginnen. Es sei dies die wohl besterhaltene Kleinstadt Norwegens, so steht es im Reiseführer. Und wir wurden nicht enttäuscht. Welche Augenweide, die weissgetünchten, fast alle mit herrlichen Blumengärten umgebenen Häuser bewundern zu dürfen. Diese Farbenpracht, und wieder einmal spielte das Wetter mit. Alsbald trafen wir unweit des Hafenbeckens einen kitzekleinen weissen Sandstrand, bereits belagert von sonnenhungrigen und gebräunten Frauen, die mit ihren fröhlich kreischenden Kindern den Sommer begrüssten. Auf der Suche nach den scheinbar drei hier stehenden Leuchttürmen, erfuhren wir von einem einheimischen Mann, dass diese leider nur per Boot erreichbar seien. Macht nichts! Als wir dann später wieder beim Hafen auf einer kleinen, eher unberühmten Brücke standen, sahen wir 2 – sie kamen mir vor wie Wikinger – in einem alten braunen Boot, mühsam nicht vorwärtskommend, auf dem Wasser dahinpaddeln. Rico meinte lakonisch, dass sie halt synchron zusammen paddeln sollten. Es war auf alle Fälle lustig anzusehen. Nun war es aber langsam an der Zeit, die Altstadt anzusehen, und natürlich das kleinste Café der Welt zu besuchen. Ein Haus nach dem andern reihte sich an das nächste, eines hübscher als das andere. Wir konnten den Blick kaum lösen und mussten so viele Fotos machen. Die Geschichte dieses Ortes geht ja zurück auf das neunzehnte Jahrhundert als die Heringsfischerei den Hafen und das Gewerbe aufblühen liessen. Die Atmosphäre dieser Stadt, die übrigens auch die weisse Empire Stadt genannt wird, ist einzigartig. Für mich vergleichbar aber auch mit der Altstadt von Stavanger. Nach ein paar verwinkelten Gassen standen wir unerwarteterweise plötzlich vor dem kleinsten Café der Welt, wo wir Glück hatten und ein freies Plätzchen ergattern konnten. Ich probierte eine norwegische Spezialität, von der ich leider den Namen noch nicht herausgefunden habe, die sehr lecker war. Alles Süsse hier im Norden ist einfach gut, da gibt es keine Diskussion. Nachdem wir unseren Kaffe und Tee getrunken hatten, konnten wir frisch gestärkt, aber dennoch sehr geflasht von den Schönheiten hier, mit dem Auto weiterfahren zum nächsten Punkt. In Åkrasanden gibt es aus dem zweiten Weltkrieg das Syrenesetfort zu besichtigen, dies befindet sich jedoch auf einer vorgelagerter Insel. Und eben, wie gehabt, es ist noch nicht Saison. Urplötzlich kam eine weisse Nebelwand auf uns zu, lullte uns ein, mitsamt einem sehr kalten Wind und einer steifen Brise. Die Strände der Insel Karmøy gehören zu den meistbesuchten  Bade und – Ausflugszielen,  gibt es doch hier auf der Westseite wunderschöne, weisse Sandstrände mit klarem Wasser. Wir hatten heute auch vor, uns ein wenig zu sonnen und zu chillen, aber dafür war es dann doch  zu frisch. Die Temperatur sank schlagartig, zum Glück hatten wir warme Jacken dabei, aber wir waren uns dies bis anhin ja nicht gewohnt. Trotzdem besahen wir uns nochmals einen wunderschönen Strand, den Sandvesanden, bevor wir uns auf den Weg nach Visnes machten. Dort gibt es ein altes Schmelzwerk und eine Mine zu besichtigen, aber auch hier: alles geschlossen und verwaist! Die Amerikaner haben einen Teil des Materials für ihre Freiheitsstatue von hier bekommen, weshalb im Hafen so ganz einsam eine Miniaturausgabe der Freiheitsstatue steht. Wir besahen uns anschliessend noch die Olavskirche von aussen, auch hier geschlossen, welche sich in Avaldsnes befindet. Es ist der älteste Königssitz Norwegens, und man geniesst einen herrlichen Blick auf den Karmsund, der früher einmal Nordvegen hiess. Beim Blick auf den darunterliegenden Hafen, sahen wir noch 2 riesengrosse Flüssiggascontainerschiffe, welche dort ankerten.  Die mittelalterliche Kirche wurde unter König Håkon Håkonsen um das Jahr 1250 errichtet und ist Olav dem Heiligen gewidmet. Auf der Nordseite der Kirche befindet sich die schräg stehende Nähnadel der Jungfrau Maria, der mit 7,2 Meter zweithöchster Bautastein Norwegens ist. Die Legende besagt, dass der Tag des jüngsten Gerichts eintrifft, wenn die Felsspitze die Kirchenwand berührt. Der Abstand zwischen dem Stein und der Kirche beträgt 9,2 cm. (also 92 mm, was ja nicht mehr so viel ist). Zurück über die Karmsundbrücke, bogen wir dir direkt rechts ab, um die 5 törichten Jungfrauen aufzusuchen, 5 weit ausseinanderstehende Steine.

Bilder

Tag 21 Haugesund  

Tag 22 Skudeneshafen

Tag 22 Strände Karmoy

Tag 22 Visnes

Tag 22 Olafkirche & Jungfrauen

 

Samstag, 17.6.2023   Heute nur Waschtag, bei anfangs Sonnenschein und erträglichen 18°. Haushalt erledigen, putzen mit unterdessen weissen schnell dahinfliegenden Nebelschwaden, hinter denen man die einmarschierenden Wikinger vermuten könnte. Und blogen, schreiben und immer wieder zu der Waschmaschine laufen, hoffend, das Programm sei endlich fertig… In Haraldshaugen wo sich unser Campingplatz befindet, sehen wir direkt auf Norwegens Reichsmonument. Dieses Denkmal wurde 1872 errichtet zum Gedenken an Harald Schönhaar, der Norwegen zu einem Reich einte. Gleich daneben steht Krosshaugen, ein Hügel mit einem Steinkreuz aus der Frühzeit der Christianisierung Norwegens. Unser Platz liegt an direkt am Küstenpfad und man begegnet den Schafen, welche dafür besorgt sind, dass die Kulturlandschaft am Nordseeufer immer gepflegt wird. Lustigerweise kommen sie erst abends in die Nähe unseres Campings, man hört sie mähen und mähen, wenn die Touristen das majestätische Reichsmonument verlassen haben.

Bilder

Tag 23

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