Mittwoch, 28. Juni 2023 Da gestern so ein anstrengender und ereignisreicher Tag war, wollten wir es heute ruhiger angehen. So stand ich erst um 8:30 auf und liess meinen Mann bis 11 Uhr ausschlafen; das konnte er schon lange nicht mehr. Als wir gefrühstückt hatten, es war bereits 12 Uhr, mussten wir uns noch ein paar Lebensmittel und vor allem auch Früchte besorgen. Dies machten wir im 13 Km entfernten Skibotn, ein Dorf mit nur 538 Einwohnern, welches am südöstlichen Ufer des Lyngenfjords, und 5 m über dem Meer liegt. Skibotn hat eine lange Tradition als Marktplatz, wo sich die Händler auf dem gesamten Gebiet der Nordkalotte trafen. Einer der ältesten und wichtigsten Marktplätzen in Norwegen. Bei der Rückfahrt zum Campingplatz fuhren wir an der Gedenkstätte, die ein eigentliches Kulturgut ist, vorbei und bestaunten die kleinen Kiefern und Tannenbäume, welche den Platz säumten. Diese als Büschel genannten Bäume, markieren die Plätze. Die Sami kamen früher mit Rentieren hierher, oder mit Booten, da der Ort sehr geeignet war zum Anlegen. Insgesamt gab es damals auch viel Abwechslung für die Einwohner und die Warenverkäufer. Der Platz ist riesig und lädt ein, um hier an vorgegebenen Orten Feuer zu machen oder mit Freunden zusammen zu feiern, um so den Platz geniessen zu können. Um 14:30 ging`s dann zurück und für mich hiess es schreiben, schreiben, schreiben… Plötzlich fragte Rico, ob ich nicht Hunger hätte; es war bereits halb 7. Er packte glücklich sein gekauftes Rindsfillet und suchte auf dem Platz das Grillhäuschen auf. Mit Ursligwürz, das ist von Ricos Bruder würzte er das Fleisch und machte sich daran, ein Feuer zu entfachen. Natürlich hat er wieder eine tolle Grillstation gesehen, welche noch niemand hat. Ich denke, wir haben zu Hause keinen Platz dafür. Er wäre umrahmt von einem zugegeben schnusligen Häuschen, wo alle Eingeladenen um den Grillrost, der sich mittig befindet, herumsitzen und zusammen schwatzen, trinken und sich freuen können. Ich glaube, das tun wir unsern Nachbarn nicht an. Ich werde es ihm ausreden müssen, aber das sollte kein Problem darstellen. Nach dem wirklich feinen Znacht, endlich wieder einmal Fleisch und Randensalat mit Tomatensalat und frischem Brot, musste ich noch ein wenig weiterschreiben. Rico ging unterdessen das Geschirr machen, das geniesse ich. Dafür gibt`s anschliessend einen Kaffe mit Guetzli. Und dann wünschen wir Euch auch eine gute Nacht. Nacht kann man ja bei uns nicht sagen, es ist dauernd hell und die Sonne scheint. Zum Glück ist unser Platz umgeben von Bergen, so dass wir ab und zu im Schatten der Berge stehen…