Sonntag, 2. Juli 2023 Wolkenverhangener Himmel. 10° und urplötzlich ein feiner Hagelschauer, der andauerte. Wir beschlossen, Rovanjemi am Polarkreis anzufahren. Nur mit Kaffe, aber ohne Frühstück im Bauch begaben wir uns ins Auto. Zuerst ging es von Äkäslompolo über Kitilä, und während dieser Fahrt überlegten wir beide getrennt und machten uns Gedanken über das Nordkap. Rico sprach es plötzlich an und ich gab zu, dieselben Überlegungen gemacht zu haben. Nie würden wir wieder näher am Nordkap sein, als jetzt. Wir sind ja beide eigentlich sehr spontan, wir überlegten hin und her, das Dafür und das Dawider. Gesagt getan, wir suchten die Route für das Nordkap heraus und stellten fest, dass es eine über 460 Km lange Fahrt, die mehr als 7 Stunden dauern, und uns Vieles abverlangen würde. Kurz nach Levi lenkte uns das GPS auf eine Naturstrasse, die uns sowas von durchschüttelte. Und sogar im Wohnwagen sprangen die Türen auf und Einiges war nicht mehr dort, wo es hätte sein sollen. Aber das wussten wir noch nicht. Trotzdem war es eine wunderschöne Gegend, in der wir so viel Schönes sahen, und so auch unser Fahren geniessen konnten. Immer wieder stiegen wir aus um Fotos zu schiessen, wir freuten uns einfach, hier in diesem schönen Lappland zu sein. Weiter ging es über Muonio, manchmal war die Strasse so eng, dass ein Kreuzen unmöglich war. Aber wir waren ja alleine unterwegs, niemand kam auf die abstruse Idee, so zu fahren wie wir. Ganz ganz selten kam ein Fahrzeug von hinten und fragte sich, was wohl diese Schweizer mit Wohnwagen vor hätten. Nach langer, sehr langer Zeit, kamen wir endlich in Leppäjärvi bei der norwegischen Grenze an, welche wir schlussendlich auch ohne Probleme hinter uns liessen. Unterwegs regnete es immer wieder zum Teil sehr stark, was uns aber sehr freute. Wir hofften, dass unser Wohnwagen und auch das Auto dadurch ein wenig sauberer würde. Dies war aber nicht der Fall, der Staub wird wohl für immer darauf haften bleiben. Immer weiter durch die Finnmark ging es, draussen 6° den Nationalpark Stabbursdalen durchquerend, bis Porsángguvuotna am Leaibevnotnasee auf der Insel Magerøy. Der Camping Buktkroken hatte noch einen Platz für uns, den wir dankbar annahmen.