Tag 46

Montag, 10 Juli 2023   Es ist schon toll, wenn man das Leben so geniessen kann, wie wir es aktuell tun. Am Morgen in Ruhe ohne Eile aufstehen, einen Kaffe trinken und Nichts müssen. Danach langsam die Früchte schnetzeln für das Müesli, welches wir hier mit Freude essen, da es so grosse 1 Liter Joghurts gibt. Das Frühstück geniessen wir draussen an der Sonne und es ist meist noch still, da viele Camper so lange schlafen. Auf dem Programm standen heute der Cholerafriedhof und die Salteriet, eine Fischbutik, wo man Lachs und frische Fische kaufen kann. Es war so warm und windstill, dass wir uns ohne Jacken mit dem Fahrrad durch den Wald bewegen konnten. Und immer die Voraussicht, evt. einen Elch zu sehen. Aber die kommen halt nicht gerne in die Nähe von Menschen und lieben auch den Lärm nicht. Mitten im Wald stiessen wir auf einen Mann, der arbeitete dort im Wald seiner Mutter und ist happy mit dem, was er macht. Er ist Hobbybaumstammbearbeiter und verkauft seine Kunstwerke und Unikate. Sie bestehen aus Bänken und Tischen, die urchig aussehen und in jedem grossen Garten eine gute Gattung machen. Dementsprechend riecht es auch sehr gut nach frischem Holz, wir lieben das. Wir unterhielten uns eine Weile und machten uns dann wieder auf den Weg, natürlich immer Ausschau haltend nach Elchen. Zuerst besichtigten wir ein Kunstwerk von Takashi Nahara, dessen Arbeitsweise von der östlichen Philosophie geprägt ist. Ihm geht es darum, Ki, die Energie des Steins freizusetzen und die verborgene Göttlichkeit zum Vorschein zu bringen. Seine Skulptur steht am Ende der Brücke auf einem kleinen Hügel, der leider von hohen Gräsern umgeben ist, so dass sie fast nicht zur Geltung kommt. Der steinige, holprige Weg führte uns wieder tief in einen Wald hinein, wo sich der Cholerafriedhof befindet. Innerhalb einer einfachen Umzäunung ruhen hier die Opfer, wahrscheinlich wurde der Friedhof 1854 angelegt. Nach den Kriegen folgten eine Reihe von epidemischen Krankheiten, eine davon war die Cholera. Sie resultierte anhand von Flüchtlingsbewegungen und natürlich auch den Truppenbewegungen und bedrohte ganz Schweden. Die Choleragefahr hielt sich bis kurz vor Mitte der 1850 Jahre und es stellte sich heraus, dass die Gefahr hauptsächlich von Schiffen ausging, die den Hafen anfuhren. Die einzige Massnahme die ergriffen wurde, war das Lande und Entladeverbot. Leider gab es keine Ressourcen, um das Verbot durchzusetzen. Die letzte Choleraepidemie ereignete sich 1865 und 1866. Damit sich die Leute nicht ansteckten, wurde eigens ein Friedhof im nördlichen Teil von Holmen eingerichtet, wo die Leute begraben wurden, und dies ohne Grabsteine. Im 19 Jahrhundert sind in Schweden 37`000 Personen an dieser Darmkrankheit verstorben, sie führt nach wenigen Tagen zum Tod. Nördlich von Holmen auf der Obbola Brücke, welche 1989 eingeweiht wurde, hat man eine gute Sicht auf die letzten Überreste des Barkschiffes Equator, wo sich das Wrack mit verkohlten Balken sichtbar über die Wasseroberfläche erhebt. Obbola ist eines der ältesten Dörfer in der Gemeinde Umeå, hier dominiert die SCA, eine riesige Papierfabrik aus deren Schornsteinen Tag und Nacht Rauch aufsteigt. Die Papierfabrik wurde 1913 in Betrieb genommen. Wie überall in Schweden oder Norwegen fallen auf den firmeneigenen überaus riesigen Parkplätzen die vielen Elektroladestationen für Autos auf. Leider hatte die Salteriet Butik geschlossen, und dies immer Sonntag und Montag, wir werden morgen nochmals hinfahren…

Bilder Tag 46

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