Montag, 26. Juni 2023 Auf den heutigen Tag habe ich mich besonders gefreut, wollten wir doch nochmals ins Wikingermuseum nach Borg fahren, welches wir bereits damals mit unseren Kindern besichtigt hatten. Also mussten wir nochmals 49 Km zurückfahren Richtung Insel Vestvågøy. In Norwegen gibt es sehr oft stellenabgängig des Wildwechsels, die wunderschönen Gefahrensignale Achtung Elch. Nur sieht man zum Glück nicht oft Elche. Denn bei einem Elchunfall endet es meist tödlich, da der schwere Elchkörper auf den langen Beinen bei der Windschutzscheibe auftrifft. Oft sind dann die Tiere nur verletzt, was ich mir schrecklich vorstelle. Ich fuhr also ziemlich vorausschauend und die Waldränder abtastend, immer wieder nach diesen für mich faszinierenden Tieren Ausschau haltend. Plötzlich vor mir auf der linken Seite 2 Frauen, gestikulierend mit dem Fotoapparat und Handy schwingend, was natürlich sofort meine Aufmerksamkeit weckte. Ich sah, was sie sahen. Ungefähr 30 m bei einem Haus stand ein männlicher Elch vor dem Garten, genüsslich Gras fressend, mit immer kontrollierenden Blicken, was jetzt wohl diese Frauen alle machen. Natürlich musste ich sofort den Warnblinker stellen, rechts anhalten, meinem Mann unterdessen beibringen, dass ich jetzt den Elch filmen wolle. Es fanden sich selbstredend mehrere Automobilisten ein, die das selbe wie wir machten. Es war einfach genial und unbeschreiblich! Der Elch liess sich nicht stören, genas sein frisches Gras und kontrollierte immer wieder mit kurzen Blicken, was wir Schaulustigen machen. Nach einer Weile und noch mehr Autofahrern, die filmen wollten, hatte er dann genug und ging langsamen und elastischen Schrittes majestätisch in den angrenzenden Wald zurück. Ich war so happy und auch aufgewühlt. Also zurück zum Museum. Der originalgetreue Nachbau eines Wikinger – Langbaus ist 83 m lang und schon von Weitem zu sehen. Er ist rund 9 hoch und wurde wohl 500 n. Ch. gebaut und scheinbar ca. 500 Jahre lang als Wohnbau genutzt, bevor es endgültig verlassen wurde. Der Anfang dieses Museums welches 1995 eröffnet wurde, gründet auf Funde eines Bauern, welcher beim Pflügen erstmals auf die Überreste der Wikinger stiess. Viele Fundstücke dieser Siedlung sind heute in der Ausstellung zu bewundern. Auf einem grossen Feuer wird in einem schmiedeisernen Kessel ein Lammeintopf gekocht von Frauen in der damaligen Tracht, welchen man sich dann zu Gemüte führen kann. Er ist sehr lecker, wenn man denn Lamm gerne isst. Dazu gereicht wird Sourcreme und feines Brot, hergestellt wie damals. Nach dem Essen wohlgenährt und gestärkt durch ein Glas Wasser, machten wir uns auf den Weg in den Hafen. Er führt steil und unwegsam hinunter ans Wasser, wo die Lofotr, ein Segelschiff verankert liegt. Dieses Schiff wurde gebraucht, um die vielen Waren und Gegenstände der Wikinger zu verkaufen und sie an den Mann zu bringen. Der Landweg wäre zu mühsam gewesen. Es war eindrücklich, dieses Museum nochmals zu besuchen. Unterdessen wurde Vieles mit Video Guide und Handy unterstützt, so dass man über alles was man wissen wollte, aufgeklärt wurde. Nach einem Glace, das uns ein wenig kühlen sollte, stiegen wir wieder ins sehr heisse Auto, um nach Hause zu fahren. Unterwegs hielten wir noch in Rørvika an, welches auch einen wunderschönen hellen Sandstrand aufweist. Wir stiegen hinunter mit dem Ziel, die Füsse grosszügig abzukühlen. Es hatte tatsächlich Hartgesottene, welche schwimmen gingen. Auch waren sehr viele Leute am Strand, die sich sonnten, mit Kindern herumtollten oder halt einfach nach der Arbeit sich eine kleine Auszeit gönnten. Auf dem Heimweg gönnten wir uns einen Gin Tonic, bevor es endgültig zum Platz zurück ging, um schon wieder zusammen zu packen.