Montag, 31.7.2023 Unser Campingplatz hat bestimmte Regeln. Keine Camper unter 18 Jahren ohne Eltern. Mindestabstand von Caravan zu Wohnwagen, Zelt oder Wohnmobil sind 4 Meter. Die Barriere ist geschlossen von 22 Uhr bis 8 Uhr , Stille ist ab 23 Uhr bis 6 Uhr früh. Kein Motorengeräusch ab 23 Uhr. Dies ist ein Familiencamping, respektiere Deinen Nachbarn. Keine offenen Feuer, deshalb auch nur Gasgrills. Hunde dürfen nur an der Hauptstrasse Gassi gehen, selbstverständlich muss man das Hundegeschäft wegräumen. In einigen Servicehäusern darf man nur barfuss hinein, dafür sind die Böden da sehr sauber. Es hat ein Restaurant und ein Pub und einen kleinen Supermarkt. Und es gibt einen kleinen Chou choo Train, welcher Trips nach Vadstena und zurück auf den Camping anbietet. Auch für Sportler hat es Einiges im Angebot: Minigolf, Pumptrac, Linbana, Padeltennis und natürlich mehrere Spielplätze für Kinder. Und zu guter Letzt, wir haben einen Night Watchman, der bewacht unsern Platz an der Barriere und ist auch für Notfälle erreichbar. Heute ist der letzte Tag im Juli, und wir haben voraussichtlich noch einen ganzen Monat, um zu Reisen. Die freundlichen Leute von der Administration des Lindgrenparks gaben uns Bescheid, dass sie uns nach Erhalt von 100 SKr unsererseits, Ricos verloren gegangene Bankkarte auf unsern Camping nachschicken werden. Vadstena ist ein sehenswertes Städtchen in der Provinz Östergötlands län, dort steht auch das im 14. Jahrhundert gegründete Birgittinenkloster. Das Stadtrecht erhielten sie im selben Jahrhundert. Fast jedes Haus stellt eine Sehenswürdigkeit an sich dar, und die Gebäude erzählen von vergangenen Epochen. Vadstena hat sich zudem zu einem kirchlichen Zentrum für ganz Europa entwickelt und ist mit seinem Kloster eines der bedeutendsten Pilgerziele. Das Vadstena Castle befindet sich direkt am Hafen, und die Anleger der Schiffe dürfen direkt davor parken und übernachten. Es gibt (wieder einmal) ein Fogelsta Jarnvag Museum, von aussen sieht es aber ziemlich verlottert und ungepflegt aus. Auf der malerischen Strandpromenade fuhren wir spazieren und genossen zusammen mit vielen Leuten das warme Wetter und die Sonne. Als wir den Hafen fertig inspiziert hatten, begaben wir uns in die sehr kleine Einkaufsstrasse mit ganz tollen Läden und sehr vielen Coiffeurgeschäften. Zwei der Läden hatten es uns beiden gleichermassen angetan. Einer war ein Haushaltswarengeschäft mit unglaublich schöner Keramik, Gläsern, Tüchern und Kerzen und natürlich viel Zubehör an Haushaltssachen, wie zum Beispiel Geschirr und Besteck. Wir erinnerten uns, dass wir einen Schöpflöffel für Reis benötigen. Leider war nichts Brauchbares vorhanden, ausser einem grossen Löffel aus Kunststoff. Das wollte ich aber nicht, ich möchte etwas Schönes, auch wenn es nur für den Wohnwagen ist. Beim Salatbesteck wurden wir dann fündig, obwohl der Löffel nicht so gross war, wie wir ihn eigentlich lieber gehabt hätten. Unterdessen hatte Rico einen wunderschönen Zapfenzieher aus Holz und Metall gesehen, in den er sich schnurstracks verliebt hatte. Also musste der auch noch her. Der zweite Laden hatte so viele Bastelsachen wie beispielsweise Farben und Lacke, verschiedene Leime und Scharniere und Haken. Weiter gab es Emailzahlen, leider nur grosse, verschiedene Nägel, handgemacht natürlich. Ihr könnt Euch denken, ich war nicht mehr zu halten. Wir verbrachten bestimmt 15 Minuten in dem Laden, und dies ohne etwas zu kaufen. Schauen ist halt auch schön. Wir waren uns einig, dass ich zuerst alles zu Hause Angehäufte verbasteln und verwerten sollte, bevor wieder Neues gekauft wird. Und wer weiss, vielleicht habe ich bald nicht mehr so viel Zeit zu Verfügung? Ein weiterer Laden ist auch erwähnenswert, dort gab es Stoffe, Garne, Schaffelle und Wolle und vieles, was so Mercerieartikel sind. Dies gefiel mir auch sehr. Kleidergeschäfte gab es auch viele, aber nur wenige, die wirklich tolle und wertvolle Kleider anboten, nicht so Billigware. Ausserdem, wir haben immer noch so viele Kleider dabei, wir haben viel zuviel mitgenommen. Aber wer wusste schon, dass die ersten beiden Monate so sonnig und warm werden würden? Am Schluss gingen wir noch was trinken und schauten den Leuten beim Flanieren zu. Wieder zu Hause ruhten wir uns aus und liessen die Seele baumeln. Kurzentschlossen stürzte sich Rico in die Fluten des heimischen Vätternsees, doch bevor er schwimmen konnte, musste er ca. 300 m laufen im Wasser, da der See lange untief ist. Wir beschlossen später dann nochmals ins Städtchen zu fahren, um dort Abend zu essen. Das Znacht war nicht so nach unserem Geschmack, aber wie Rico immer sagt: Man kann nicht immer gewinnen. Von der Bankkarte haben wir noch nichts gehört…