Tag 72

Samstag, 5.8.2023   Heute wollten wir als Erstes Susan zu ihrem 60 Geburtstag gratulieren. Wir hofften natürlich, dass es schönes Wetter ist in der Schweiz, und sie es somit mit ihrer Familie geniessen kann. Wir haben uns entschlossen, Richtung Kristianstad zu fahren und uns dort in der Nähe des Sees einen Camping zu suchen. Wie sich jedoch herausstellte, gibt es in Kristianstad keinen Camping. Nur ausserhalb, in Århus an der Ostsee gibt es den First Camp, welchen wir ausgesucht haben. Während der Fahrt sahen wir ein Hinweisschild, auf dem IKEA Museum stand. Kurzentschlossen ging es rasch dahin. Im Museum wird erklärt und aufgezeigt, wie die Schweden früher gelebt haben und mit der Zeit Verbesserungen im Haushalt und beim Wohnen hatten und bekamen. Ich hingegen habe mir vorgestellt, dass der Anfang von IKEA gezeigt wird, wie er die Schreinereien rekrutierte, welche die Billigmöbel herstellten. Wo das Holz herkam etc. Aber auch hier wieder, alles nur in Schwedisch und Englisch erklärt. Für mich war es dürftig, hatten wir doch so viel mehr erwartet. Das Museum befindet sich auf drei Etagen in Älmhult, wo auch das erste IKEA Verkaufsgeschäft stand, welches er im Jahre 1958 eröffnete. Das Geschäft wurde 1943 von Ingvar Kamprad gegründet, im Alter von nur 17 Jahren. Man sagt, er habe bereits als kleines Kind mit Gütern gehandelt. Das erste ausländische Möbelhaus wurde 1963 in Oslo, Norwegen eröffnet. 10 Jahre später wurde die Filiale in Spreitenbach eröffnet. Weltweit gibt es heute 340 Einrichtungshäuser in 28 Ländern, aber mittlerweile gehört IKEA der im niederländischen Delft registrierten Stiftung INGKA Foundation. Im Jahr 1973 verliess Kamprad Schweden, zog zuerst nach Dänemark, und dann in die Schweiz nach Epalinges, der Steuern wegen. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2011 kehrte er nach über 40 Jahren nach Schweden zurück, dort lebte er 2013 in Älmhult, wo alles begann. 2018 starb Ingvar Kamprad, der von sich behauptete ein Schnäppchenjäger und Geizhals zu sein, auf seinem Anwesen in Liatorp. Für unsere Begriffe ziemlich spät, erreichten wir den First Camp in Åhus, welche zum Glück noch freie Plätze hat. Schnell schlossen wir unsern Wohnwagen am Strom an, damit der Kühlschrank schön kühl bleibt, und begaben uns an den nahen Strand, um dort Abendessen zu können. Anschliessend holten wir bei einem Glassladen ein Schokoladen – und Stracciatella Mint Eis und schlenderten schleckend und geniessend auf dem fast weissen Sand umher. Aber wie es so ist mit der Ostsee, es hatte tausende, ja abertausende von durchsichtigen Quallen. Aber das Meer selber war so klar und dermassen sauber, es ist einfach nur schade. Wir stellten uns vor, wie wir am Sonntag ein wenig am Strand herumliegen würden, braun werden und vielleicht doch mal die Füsse am Rand ins Wasser stellen würden… Zurück auf dem Platz mussten wir nochmals das Vordach, also eigentlich den Sonnenstoren herauslassen. Es bietet natürlich auch Schutz bei Regen. Währenddessen beobachtete ich ein wenig, was wir so für Nachbarn haben und bemerkte, dass wir im Dauercamper-Ressort untergebracht wurden. Der Nachbar hinter uns hatte einen hübschen, gar nicht hohen schwarzen Zaun aufgestellt, und darin tummelte sich ein Häschen. Herzig, dachte ich mir. Hier hat ein Vater seiner Tochter den Wunsch erfüllt, ihren Hasen auch am Wochenende bei sich zu haben und mitnehmen zu können. Später bemerkte ich, dass ganz viele kleine Hasen auf dem Camping umher hüpften, und dass diese Tiere wild sind. In Cavallino hatten wir ja auch einmal ganz viele wilde Hasen, die sich natürlich ganz schnell vermehrten. Die Campingbetreiber mussten ihnen mit dem Gewehr zu Leibe rücken. Wie meistens nach dem Installieren wollte Rico einen Kaffe trinken und da ging der Strom weg. Kein Problem, ich habe ja den Elektriker bei mir. Also schaute er, was das Problem ist und versuchte es zu beheben. Unterdessen befragte ich die Camper in unserer Strasse, ob sie Strom hätten. Alle hatten. Da kam der deutsche Nachbar zu uns und wollte uns freundlicherweise ein Stromkabel ausleihen. Rico hat natürlich so Einiges dabei, was uns in Notfällen hilft. Er kann wirklich alles flicken, nicht nur was Strom angeht. Er war kurz ein wenig sauer, da er sein Messgerät zu Hause liess, deshalb musste ich immer meinen Föhn anschliessen, damit wir sahen, ob der Strom nun fliesst oder nicht. Sah ein wenig komisch aus. Aber sobald der Föhn lief, nachdem er den Stecker aufgeschraubt, geflickt und wieder zugemacht hatte, war er wieder zufrieden, mein Mann. Für Sonntag sagte das YR Wetterapp Regen voraus. Wir glaubten ihm aus Prinzip nicht. Dann legten wir einen 11 Stunden Schönheitsschlaf ein.

Bilder Tag 72

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