Tag 82

Dienstag, 15.8.2023   Heute stand unsere weitere und wahrscheinlich zweitletzte Abfahrt bevor. Bis halb 10 schliefen wir aus, waren wir doch recht müde vom langen Aufbleiben gewesen. Unsere Gastgeber waren froh, uns zu sehen. Sie hatten sich bereits Sorgen gemacht, ausserdem war es wieder brütend heiss. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit viel Reden und Lachen, ging es dann für uns an`s Packen und Zusammenräumen. Später als angedacht, nämlich erst um halb eins, verabschiedeten wir uns überschwänglich von den lieben Leuten, um im jetzt noch heissen Mercedes unserem neuen und letzten Ziel entgegen zu fahren. 380 Kilometer lagen vor uns, welche in ca.  5 Stunden erreicht werden konnten, sofern alles glatt lief. Ja ja, die deutsche Autobahn. Bei der Abfahrt waren es nur 27°, unterdessen steigerte sich die Hitze auf 33°, kurzfristig zeigte das Thermometer sogar 34°an. Plötzlich verdunkelten die schweren schwarzen Wolken erneut den Himmel, und es begann ein Gewitter , es regnete buchstäblich wie aus Kübeln. Man kam sich vor, als befände man sich in einer Waschanlage. Aber auch jetzt war der Spuk gleich wieder vorbei, es war einfach brütend heiss, zu heiss, um Auto fahren zu müssen. Wir fuhren auf der A5, manchmal dreispurig, oft aber auch nur zweispurig unserem Ziel entgegen. Bei der zweispurigen Autobahn ist es so, dass ein Überholverbot für Lastwagen und Anhänger besteht, dazu gehören wir natürlich auch. Es hatte einen Lastwagen nach dem andern, aber alle immer mit einem sehr grossen Abstand zum nächsten. Und so liess es sich prima Überholen und auch vorwärts Kommen. Doch leider fahren viele LKW`s  nur knapp über 70 Km/h, und wenn es dann auch noch Bergauf geht, sind 62 Km/h bereits viel. So schleicht man dann hinter der endlosen Schlange an LKW`s hinterher, und ist gefangen. Ich verstehe es ja, falls es einen Unfall gibt, steht dann der ganze Abschnitt der jeweiligen Autobahn still. Aber es ist sehr mühsam. Die polnischen Lastwagen halten sich absolut nicht an das Überholverbot, auch viele Wohnwagen nicht. Einmal, es war auf einer dreispurigen, wo man also überholen darf, fuhr ein polnischer LKW bestimmt 10 Minuten vor mir, immer auf der Überholspur, und gab diese nie frei. Da die Autobahn dreispurig war, und ich nicht auf den dritten Fahrstreifen zum Überholen darf, kam es mir vor wie eine halbe Stunde.

Er benötigte soviel Zeit, um andere Lastwagen überholen zu können. Es kam wie es kommen musste, die Autobahn war wieder einmal ein langes Stück nur noch zweispurig. Trotzdem überholte auch ich dann meinen lieben polnischen Kollegen, und Rico starrte ihn ziemlich blöd an. Es musste sein. Klar, danach war ich wieder gefangen hinter anderen LKW`s, aber dies machte mir nichts aus. Immer wieder wurden wir trotzt Überholverbot überholt, was ich auch verstehen kann, und dies sogar von mehreren Lastwagen. Schlussendlich kamen wir nach einer sehr langen Fahrzeit von fast 5 Stunden in Badenweiler, einem unserer Lieblingscampingplätze, an. Den Chef dieses Campings, Hans Peter Wiesler kenne ich bereits sei Kindertagen, war ich doch als kleines Mädchen jedes Wochenende in Staufen im Breisgau auf seines Eltern Camping, und dies als Dauercamper. So lustig, als Rico per Zufall vor Jahren diesen Platz ausgesucht hat, und wir seitdem immer mal wieder für eine kurze Auszeit hier vorbei kommen. Nun sind wir also angelangt, und unser Blog endet hier. Für uns eine gute Gelegenheit, sich wieder zurück zu erinnern, für den geneigten Leser zu erfahren, wo wir uns herum getrieben haben. Für uns wird es wohl für lange Zeit die letzte grosse und längere Reise sein. Wir werden demnächst Grosseltern, und freuen uns dementsprechend, unseren Kindern unter die Arme greifen zu können, sollte dies denn nötig sein. Und so verabschieden wir uns Von Euch und unserer Nordlandreise, welche hier endet.

Bilder Tag 82

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