Tag 30

Samstag, 24.6.2023   Heute Morgen drückte der Nebel und die Kälte so sehr, dass wir erstmals im Wohnwagen, statt im Vorzelt, frühstückten. Es war 10° kalt und windig, trotzdem wollten wir uns Reine ansehen. Vom Camping aus ging es über die Moskenes – Djupfjordbrua über Marken vorbei nach Reine, welche eine der meistfotografierten Ortschaften der Lofoten ist. Bei der Fahrt über die hohe Brücke, wurden wir fast fort gewindet. An roten Rorbuern vorbei, allesamt zum Mieten, hinter ihnen die schroffen und steilen Felswände und vorne das schäumende Meer, fuhren wir im Wind. Reine ist eine ehemalige Walfänger Hochburg. Die atemberaubende Gebirgslandschaft ist ein Schmuckstück, das längst von vielen wandernden Touristen, die auch Radfahren oder fischen wollen, vereinnahmt wird. Der Ort ist übrigens auch en miniature im Legoland Dänemark nachgebaut und ausgestellt. Im Zentrum dann plötzlich der Schrei, die Schweizer kommen. Aha, da trafen wir doch gleich wieder auf die deutsche Anglergruppe. Wir fragten sie, ob sie denn nicht am Angeln wären. Sie meinten jedoch, dass es am Morgen zu gefährlich wäre, und sie deshalb erst am Nachmittag auf das Meer hinausfahren würden. Wir verabschiedeten uns lachend und fuhren weiter, immer achtgebend, nicht vom Rad gewindet zu werden. Bei Anita`s Sjømat wärmten wir uns bei einem Kaffe und einem Kanellsnurr auf. Ein so herzig gestaltetes Kro (Restaurant), mit Stockfischlampen und übergrossen Konservendosen illuminiert, und speziell alten Tischen ausgestattet, einfach voll chic. Gleichzeitig verkauften sie in der angrenzenden Butik Stockfische, verschiedene Marmeladen, Salze etc. Mit selbstgebackenem Brot stellten sie frische Brötchen her, garniert mit Salaten und Dressings. Es sah wirklich toll aus. Der Weg führte uns weiter nach Hamnøy, welches nur über drei Brücken zu erreichen ist. Zum Teil sind die Brücken so steil, dass es schwierig ist sie zu erklimmen. Auch empfiehlt sich eine warme Mütze, der Velohelm gab nicht gerade warm. Dieses Dorf liegt unterhalb zerklüfteten Felsen und hat nur 30 Bewohner, die in den typischen Stelzenhäusern wohnen.  Es besteht hauptsächlich aus hunderten hölzernen Klippfischgestellen, welche mit tausenden Fischen bestückt waren. Der Gestank, entschuldigung, war fast unerträglich. Zurück auf dem Camping, packten wir das Vorzelt zusammen, welches zum Glück trocken war, damit wir anderntags bald weiterreisen konnten. Übrigens steht unterhalb unseres Platzes, gegenüber des Moskenes Fähranlegers ein kleines Kirchlein und gleich daneben ein Richtplatz, auf dem 1814 zuletzt noch eine Hinrichtung statt fand.

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