Tag 51

Samstag, 15 .Juli 2023   In Schweden heisst die Währung Schwedische Kronen, 100 Öre sind 1 Krone. Allerdings wird heute kaum noch Bargeld verwendet und seit einigen Jahren gilt in Schweden: Card is King. Die Amtssprache ist natürlich schwedisch, auf Gotland wird jedoch ein lokaler Dialekt, gotländisch gesprochen. Manche Gotländer sprechen einen so stark gefärbten Dialekt, dass sogar Schweden Mühe haben, diese zu verstehen. Nachdem ich angefangen hatte Einiges zu verstehen (ist ja gar nicht so schwer), habe ich hier auf der Insel das Gefühl, gar nichts mehr zu verstehen. Grundsätzlich ging es uns heute um die sagenumwobenen Rauken, welche hier auf der Insel Fårö vorkommen und natürlich ein touristischer Anziehungspunkt darstellen. In Gamlahamn fuhren wir zuerst durch ein wäldliches Gebiet, bevor wir die Rauken erreichten. Rico hatte leider die ausgelehnte Drohne nicht dabei, dies hätte herrliche Bilder ergeben. In Digerhuvid, welches in einem Naturschutzgebiet liegt, waren die Rauken noch sehenswerter, umgeben von fast weissem Sand. Lange spazierten wir dort zusammen mit vielen Leuten umher, und genossen die Umgebung. Der gotländische Felsgrund ist zu grossen Teilen aus hartem Riffkalkstein aufgebaut. Zwischen den fossilen Riffen liegen zusammengepresst abgelagerter Kalkstein und toniger Mergelstein. Das Meer wusch die weicheren Bestandteile des Felsgrunds allmählich aus, doch der härtere Riffkalkstein war widerstandsfähiger. Zurück blieben unter anderem Kalksteinpfeiler, die sogenannten Rauken. Rauken gibt es überall auf der Welt, doch auf Gotland und Fårö befinden sich einige der stattlichsten. Nun durften wir auch noch die Rauken von Langhamars besichtigen, es ist einfach bemerkenswert schön. Anschliessend fuhren wir mit den Rädern nochmals zurück auf Gotland, natürlich mittels der Fähre, welche tagsüber alle 15Minuten gleichzeitig mit 3 Schiffen die Inseln verbinden über den Fårösund. Im Restaurant Magasinet gönnten wir uns einen Aperol, bevor wir uns nochmals auf die Fahrräder schwangen und die Umgebung noch näher zu erkunden. Per Zufall fanden wir die Kunstgalerie von Tina, welche mit vollem Namen Christina Nilson heisst. Aufgebaut von aussen wie ein Brockenhaus oder Flohmarkt mit viel shabby chic. Innen eine Galerie mit tausenden Farbstiften, Ölfarben, Kreiden, Buntstiften und unzähligen Nippes sowie Bildern, wohin das Auge reicht. Ich war weg von den Socken und nicht mehr zu halten, Rico wollte ja nicht mit hineinkommen, er hatte wohl Angst, ich könnte zuviel kaufen. Oder zu lange drinbleiben. Oder Beides. Nach längerem Schauen musst ich dies meinem Mann trotzdem auch zeigen, damit er sah, wie es um mich bestellt war. Und er kam. Und er sah auch. Mittlerweile hatte ich mich bereits mit Tina bekannt gemacht, und ihr mitgeteilt, dass es um mich geschehen war. So viel zum Schauen und das Herz und die Seele glücklich zu machen. Ich drehte fast durch. Vor Jahren wollte ich zusammen mit einer Kundin von mir einen Malkurs besuchen, der kam aber damals nicht zustande, da die Kurse immer weit voraus ausgebucht waren. Die Farben und Papier hatte ich mir dazumals im Vorfeld wohlweislich beschafft. Letztendlich habe ich alles auf Eis gelegt, und die Jahre gingen ins Land. Tina hatte einen Malkurs und wir redeten und ich versicherte ihr, dass ich so vieles hier in der Galerie toll fände, auch das Chaos, in dem sich alles befand, halt ein wenig shabby. Aber eben, Künstler sind so. Ich versicherte ihr, am nächsten Tag wieder kommen zu wollen, um noch mehr Zeit zu haben, und mich gründlicher umzusehen. Als wir zusammen meine Holzsachen anschauten, war sie vollends Malkursteilnehmerinnen.

Bilder Tag 51

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