Dienstag, 8.8.2023 Wir waren auf dem Campingplatz Wallnauerhof in Bojendorf/Wallnau auf Fehmarn gestrandet, und dies für 3 Nächte, denn die Brücke über den Fehmarnsund war voraussichtlich für 3 Tage gesperrt wegen der Sturmböen und Winden. Dies war seit Beginn unserer Reise die aller schlimmste Nacht, so hatte es noch nie getan. Bereits gestern als wir ankamen, war es unmöglich ein Zelt aufzustellen oder gar den Sonnenstoren heraus zu lassen. Es windete so heftig, dass es einen fast umwarf, das hatte ich noch selten erlebt. Auch die gestrige Nacht auf heute, war so heftig, dass ich Schlimmeres befürchtete. Trotzdem, wir überlebten. Der Campingplatz ist über einen Wall vom Meer getrennt, der sollte den Wind möglichst abhalten, da dies aber wenig nützte, mussten wir im Wohnwagen frühstücken. Ansonsten hätte es uns die Butter vom Brötchen geweht, EHRLICH !! Nach unserem guten Nachtschlaf wollten wir uns den Hauptort Burg anschauen, welcher nur 13 Km entfernt ist. Da es aber immer noch stürmisch blies, wir hatten Windgeschwindigkeiten von 80 Km/h, trauten wir uns nicht auf das Fahrrad. Es ist eine grössere Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und noch mehr touristischen Läden. Es hat hunderte Artikel mit Moin, dies ist die Begrüssungsformel von guten Morgen im Nordischen, aufgedrückt. Ich besuchte einen wunderschönen Töpferladen, da hat mir so Vieles gefallen. Aber den Vogel abgeschossen hat ein Kinderbekleidungsgeschäft in welchem es unzählige Stoffe und Tricots hatte, den konnte ich fast nicht mehr verlassen. Da wir auch nicht wissen, ob wir eine Enkelin oder einen Enkel erwarten, ist es auch schwierig, etwas zu kaufen. Aber bei Stoffen werde ich halt auch immer schwach. Nun denn, ich kaufte trotzdem nichts und erfreute mich einfach so den herrlichen Dingen. Mittlerweile war es auch hier bewölkt und das Sturmtief Zacharias beherrschte immer mehr die Kulisse. Rico fühlte sich nicht wohl in der Menge der Leute und wir beide hatten das Gefühlt, dass wir es gar nicht mehr gewohnt seien, mit so vielen Leuten. Also fuhren wir zurück zum Wohnwagen. Auf dem Platz angelangt wollten wir sehen, wie das Meer aussieht. Selbstverständlich war niemand im Wasser, das wäre zu gefährlich. Auch die Rettungsleute vom DLRG waren nicht auf ihrem Posten. Als wir den windabhaltenden Wall erklommen, windete es uns fast weg. Es war schwierig, sich fort zu bewegen. Am Meer schäumte und tobte es wie wahnsinnig. Der Wind und der Sturm wollten sich einfach nicht beruhigen. Irgendwie ging es uns heute einfach nicht gut und wir hatten beide einen Durchhänger. Es ist halt schon manchmal schwierig, eine so lange Zeit von seinen Liebsten getrennt zu sein. Aber vielleicht ist dies der letzte Moment in unserem Leben, eine so lange Reise machen zu können. Deshalb muss man das auch nutzen. Obwohl wir immer noch sehr heftigen Wind verzeichneten, briet uns Rico auf unserem kleinen Gasgrill einen Hamburger. Ich dachte ja das wird nix mit dem Wind, aber mein Mann schaffte es. Den Hamburger hatten wir beim Metzger gekauft, aber leider war er nicht so gut, wie wir es uns vorgestellt hatten.