Tag 77

Donnerstag, 10 August 2023   Heute müssen wir unseren Platz verlassen, da er anderweitig vergeben ist. Wir hoffen ja, dass die Fehmarnsundbrücke befahrbar ist. Ziemlich früh für uns, nämlich bereits um 9.10 begann unsere Abreise. Auf dem Weg steht in einem Dorf eine Telefonkabine, welche als Bibliothek angepriesen wurde. Als ich jedoch dort ankam, befanden sich nur Werbematerialien dort. Trotzdem erlaubte ich mir meine spannende Trilogie von Louise Boije af Gennäs, welche ich verschlungen hatte, zu hinterlegen. Irgend jemand Fremdes wird auch Freude daran haben. Zu Beginn unserer Reise hatten wir nämlich 2 grosse Plastiktaschen Lesematerial dabei, Rico half auch sehr mit, so dass fast alles fertig gelesen ist. Es besteht nur noch ein kleiner Rest. Zum Glück gibt es diese Telefonkabinen. Als wir uns dem Fehmarnsund annäherten, wehte der Windsack gefährlich waagerecht, was eine beträchtliche Windstärke bedeutet. Trotzdem war die Brücke endlich nach 3 langen Tagen wieder geöffnet für LKW`s und Wohnwagen. Sofern die Brücke geschlossen ist für diese Fahrzeuge, besteht erhebliche Umkippgefahr durch die Windböen. Es erstaunte mich schon sehr, dass wir darüber fahren durften, immerhin nur mit 30 Km/h, allerdings auch bedingt durch die Baustelle, welche es dort hatte. Unter uns auch wieder das brausende und tosende Meer. Man wollte sich einfach nicht vorstellen, hinab zu stürzen. Auch ich nicht, da hilft kein SLRG Rettungsbrevet! Auf einer Raststätte IONITY in der Lüneburger Heide, machten wir eine kleine Rast. Beim Hineingehen hörte ich den Namen Rico, dachte mir aber, wer soll uns schon rufen. Gleich darauf ertönte nochmals ein wenig lauter der Name Rico. Ich drehte mich um und sah ein Pärchen, und musste zuerst überlegen, wer das sein könnte. Wir kennen doch hier niemanden! Es waren Yvonne und Heinz Rüegg aus Unterohringen, welche sich auch eine längere Auszeit in Schweden gegönnt hatten. Wir freuten uns alle vier und genossen es eine Weile, uns auszutauschen. Welche Überraschung und welche Freude, und welch Zufall! Nachher hatten wir auf der deutschen Autobahn immer wieder Stau und ganz viel Verkehr. Beim Stillstand überholten rechts viele Autofahrer auf dem Pannenstreifen, welche die nächste Ausfahrt nehmen wollten. Und weil die Deutschen so gute und geübte Rettungsgassenfreihalter sind, gab es etliche schwierige, ja manchmal gefährliche Situationen, da wir uns sehr rechts hielten mit unserm Wohnwagen. Es ging jedoch immer glimpflich aus, aber ob es gestattet ist oder nicht, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Spät, erst nach 17 Uhr fuhren wir unseren neuen Campingplatz Niemeier in Neustadt an. Er hatte gerade noch 3 Plätze frei. Wir buchten auch wieder für 3 Nächte, wollten wir doch endlich einmal unser bereits über 10`000 Kilometer gereiste Stand up auspacken. Der Platz liegt in der Lüneburger Heide am Steinhuder Meer. Eigentlich ist es ein See, aber aus dem Plattdeutschen, als früher alle grossen Seen Meer genannt wurden, ist dies übrig geblieben. Der Platz liegt 5 Minuten vom Meer entfernt am Waldrand und hat nur 40 Ferienplätze für Wohnwagen, aber 170 für Dauergäste. Der ganze Tag war schon sonnig gewesen und die Aussichten waren auch gut für Freitag, und so freuten wir uns, dem Zacharias entkommen zu sein. Auf dem 2,5 ha grossen Platz ist natürlich immer noch Sommerferienzeit, deshalb verwunderte es nicht, hier viele Kinder anzutreffen. Unsere Nachbarn hinter dem Gebüsch keifen den ganzen Tag ihre Kinder und Grosskinder an, der Hund ist noch der Leiseste. Wir sind uns einfach keinen Lärm mehr gewohnt. Rauchen tun sie auch wie die Bürstenbinder, das schätze ich auch gar nicht, wenn der Rauch herüber weht. Nach dem Parken des Wohnwagens nahmen wir sofort unsere Räder, Rico war ziemlich erledigt, weil er alles selber fahren musste. Ich fühlte mich heute nicht im Stande zu fahren, da ich seit 2 Tagen eine arge Erkältung mit mir herum trage. An der Strandpromenade gibt es einen tollen breiten Fahrradweg, er liegt schön im Schatten von Bäumen gesäumt. Der See ist herrlich anzusehen. In einem Restaurant assen wir etwas Feines, draussen sitzend und geniessend. Als wir auf Fehmarn abfuhren hatte es 16°, und hier waren es 27°, es war so warm, und wir genossen es.

Bilder Tag 77

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