Tag 78

Freitag, 11.8.2023   Heute ist es sehr heiss für uns, nämlich 29°. Bald nach dem Frühstück machten wir uns auf, das Steinhuder Meer zu umrunden. Es sind 32 herrliche Kilometer, führt doch der Weg oft auf Baum gesäumten Wegen, und es hatte Hunderte begeisterte E Bikes Fahrer, die sich vom Wind streicheln liessen. Die Gegend ist ein anerkanntes Erholungs – und Feriengebiet. Alles hat sich mit Bedacht und sehr  behutsam entwickelt, liegt eingebettet in einer urigen Wald – und Dünenlandschaft. Unterwegs sahen wir an einem Bachlauf einem kleinen Biber zu, er liess sich träge dahingleiten, fressend und wohlwissend von vielen Leuten begafft zu werden. Doch er liess sich nicht stören ob der Menschentraube, die da laut gestikulierte und sich freute. Wir alle filmten das Ganze und machten fleissig Fotos. Unterwegs sahen wir auch einen Seeadler am Himmel kreisen, schnatternde Enten in kleinen Seelein, Schafe gab es zu bestaunen und Frösche hörten wir quacken. Scheinbar gibt es hier im Moor auch Schildkröten, welche sich aber nicht sehen liessen. In Steinhude am Meer ist die älteste Weberei ansässig, mit einer zweistöckigen riesigen Verkaufsfläche. Die zu kaufenden Leinensachen waren nach Farben sortiert und wunderschön ausgestellt. Ich sah mir das Ganze alleine an, Rico hatte keine Lust, mitzukommen. Er bewachte lieber draussen unsere Fahrräder. Wer mich kennt, weiss, dass ich mich etliche Minuten mit Staunen und Gucken befasste. Es war unglaublich. Wenn ich mich in so einem schönen Raum oder Laden befinde, habe ich die Gewohnheit, den Verkäuferinnen mitzuteilen, dass alles so schön präsentiert und ausgestellt ist. Die freuen sich dann immer sehr. Auch dieses Mal hatte ich Mühe, mich loszureissen und zu trennen. Doch es musste ja weitergehen. Steinhude ist neben einem Fischerort auch ein Weberort. Bereits 1728 haben sich in diesem Ort viele kleine Webereien angesiedelt. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es nur noch 7 Webereien, die nach und nach schliessen mussten, bis auf eine Weberei: Die Weberei Seegers und Sohn. Bereits im Jahr 1765 begannen sie in Steinhude feinste Webwaren herzustellen. In den alten Fabrikhallen gibt es nun ein hübsches Café und es verkauft Kaffe aus biologischem und fairen Handel. Unsere Fahrt endete  und dauerte 2,5 Stunden und war wirklich wunderschön gewesen. Zurück in Mardorf hatten wir einen Riesendurst, den es zu stillen gab. Das Restaurant war voll, und viele Leute gönnten sich eine feine Mahlzeit. Die Teller, welche an uns vorbei schwebten, sahen köstlich aus. So reservierten wir für Samstag einen Platz, und schreiben dann morgen, wie das Essen war. Vis à vis von Mardorf, hinter Steinhuder steht ein weisser, aber wenig hoher Salzberg. Dieses frühere und stillgelegte Kalibergwerk, benötigt Salz und Wasser um es zu fluten, damit es nicht in sich zusammenbricht. Aine komplizierte Angelegenheit. Zurück auf dem Platz bemerkte ich, dass wir schon ein wenig zu viel Sonne erwischt hatten, mein Gesicht war ziemlich rot, Ricos braun. Er wird immer dunkler, mein Mann. Mittlerweile hat sich zu meiner Erkältung noch ein bellender Husten hinzu gesellt, es ist mühsam. Wir beschlossen, noch 2 Maschinen Wäsche zu waschen, auch hier dauert eine 40° Wäsche 2 Stunden und 40 Minuten, ich drehe durch. Aber gemeinsam schafften wir es. Jedoch erst um Mitternacht war die zweite Maschine getrocknet, so dass wir uns endlich schlafen legen konnten.

 

Bilder Tag 78

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